Herbstliche Wanderlust: 240 Teilnehmer entdecken Herzberg auf neuen Wegen
Wanderschuhe geschnürt, Rucksack geschultert und auf Entdeckungstour gegangen: Am Reformationstag, dem 31. Oktober, zog es 240 Wanderfreunde zum 29. Erlebnistag Wandern des Kreissportbundes Elbe-Elster nach Herzberg (Elster). Bei herbstlichen Temperaturen um elf Grad erkundeten sie auf drei unterschiedlich langen Strecken die Kreisstadt und ihre Umgebung. Unterwegs gab es nicht nur Bewegung an frischer Luft, sondern auch interessante Einblicke in Geschichte, Natur und das Leben vor Ort. Und als sich zur Mittagszeit sogar die Sonne zeigte, stand einem gemütlichen Ausklang am Bürgerzentrum nichts mehr im Wege.
Herzberg war nach 2022 bereits zum zweiten Mal Gastgeber der traditionsreichen Veranstaltung, die seit vielen Jahren immer am Reformationstag und an wechselnden Orten im Landkreis stattfindet. Damit verbindet der Erlebnistag sportliche Betätigung mit der Gelegenheit, die eigene Heimat aus immer neuen Blickwinkeln kennenzulernen.
Zum Auftakt am Bürgerzentrum in der Uferstraße begrüßten Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz, Edgar Buchwald, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Kreissportbundes Elbe-Elster, und dessen Geschäftsführerin Petra Köckritz um 9.00 Uhr die Wanderfreunde. Der Bürgermeister freute sich über die rege Beteiligung und dankte den zahlreichen Helferinnen und Helfern aus Vereinen, Institutionen und der Stadtverwaltung, die den Wandertag vorbereitet und begleitet hatten.
Drei Strecken, viele Entdeckungen
Ob gemütliche Runde oder ausgedehnte Wanderung – für unterschiedliche Kondition und Wanderlust war die passende Strecke dabei. Besonders gefragt war die 7,5 Kilometer lange Tour, für die sich 96 Teilnehmer entschieden. Sie führte unter anderem zum ElsterPark mit seinem BlauHaus und zur historischen Fachwerkkirche in Alt-Herzberg. Der ElsterPark steht für ein besonderes Konzept des barrierearmen und inklusiven Tourismus, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Freizeit- und Naturerlebnisse genießen können.
Ein geschichtsträchtiger Anlaufpunkt war die Kirche in Alt-Herzberg. Der heutige Fachwerkbau stammt aus dem Jahr 1658 und erinnert an den Wiederaufbau nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges. Mit ihrem barocken Kanzelaltar und ihrer langen Geschichte gehört sie zu den bemerkenswerten Zeugnissen der regionalen Bau- und Kirchengeschichte.
Weitere 65 Wanderfreunde entschieden sich für die zehn Kilometer lange Strecke. Sie führte entlang der Alten Elster und der Rieke sowie zur Schwarzen Elster und vorbei an Herzberger Sportstätten. Dabei bot sich Gelegenheit, die Stadt von ihrer grünen und wasserreichen Seite kennenzulernen. Auch die Hochwasserschutzanlagen an der Schwarzen Elster gehören zu den prägenden Veränderungen der vergangenen Jahre. Seit Ende 2023 wurden hier umfangreiche Arbeiten zur Verstärkung der Deiche umgesetzt, um die Kreisstadt künftig besser vor Hochwasser zu schützen.
Die längste Tour über 15 Kilometer nahmen 79 Teilnehmer unter die Sohlen. Sie führte in Richtung Mahdel und zur dortigen Bauernkirche. Wer sich für diese Strecke entschieden hatte, konnte die herbstliche Landschaft rund um Herzberg besonders ausgiebig genießen.
Begleitet wurden die Gruppen von ortskundigen Wanderführern, die unterwegs immer wieder Wissenswertes zu Sehenswürdigkeiten, historischen Entwicklungen und örtlichen Besonderheiten vermittelten. Zu ihnen gehörte auch André Keßler, der hauptberuflich die Mediathek der Stadt Herzberg leitet. Gerade diese Mischung aus Bewegung und interessanten Geschichten am Wegesrand macht seit jeher den besonderen Reiz des Erlebnistages aus.
Stärkung am Wegesrand und geselliger Ausklang
Natürlich durfte auch die traditionelle Wanderverpflegung nicht fehlen. Unterwegs warteten Schmalzstullen, auf Wunsch auch in veganer Variante, und warmer Tee auf die Teilnehmer. Die kleine Pause bot zugleich Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Bekanntschaften zu schließen oder einfach die Eindrücke der zurückgelegten Strecke auszutauschen.
Nach der Rückkehr zum Bürgerzentrum ging der Wandertag in seinen geselligen Teil über. Dort hatten engagierte Helferinnen und Helfer für das leibliche Wohl gesorgt. Bei Bratwurst, Gulaschsuppe, Kaffee und Kuchen konnten sich die Wanderfreunde stärken und den Vormittag Revue passieren lassen. Die zur Mittagszeit hervorkommende Sonne sorgte zusätzlich für eine angenehme Atmosphäre und lud zum Verweilen ein.
Eine Tradition, die Menschen zusammenbringt
Dass der Erlebnistag Wandern seit inzwischen 29 Jahren einen festen Platz im Veranstaltungskalender des Landkreises hat, ist vor allem dem Engagement vieler Beteiligter zu verdanken. Veranstalter und Organisator ist der Kreissportbund Elbe-Elster, der dabei von der jeweiligen Gastgeberkommune und der Interessengemeinschaft Wandern Bad Liebenwerda unterstützt wird. In Herzberg wirkten insbesondere der Förderverein der Elsterlandgrundschule sowie der 1. Volleyball Club Herzberg mit. Hinzu kamen weitere Helferinnen und Helfer aus der Stadt und ihren Vereinen.
Sie alle trugen dazu bei, dass die Wanderfreunde einen abwechslungsreichen Tag erleben konnten. Denn beim Erlebnistag geht es längst nicht nur darum, Kilometer zurückzulegen. Vielmehr stehen das gemeinsame Unterwegssein, die Freude an der Bewegung und die Entdeckung regionaler Besonderheiten im Mittelpunkt. Gerade die wechselnden Austragungsorte sorgen dafür, dass selbst langjährige Teilnehmer immer wieder Neues kennenlernen.
Und auch das nächste Ziel steht bereits fest: Wie Bürgermeister Karsten Eule-Prütz zum Auftakt bekannt gab, wird die Verbandsgemeinde Liebenwerda im kommenden Jahr Gastgeber des 30. Erlebnistages Wandern sein. Am 31. Oktober 2027 heißt es dann erneut: Wanderschuhe schnüren und gemeinsam auf Entdeckungstour gehen.




