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28.10.2026

Finsterwaldes Grünanlagen in den 1930er-Jahren

Familie übergibt Dokumente des einstigen Stadtgärtners Rudolf Peters an das Sänger- und Kaufmannsmuseum

Roland Rückert (r.), Enkel von Rudolf Peters, und Olaf Weber (l.), wissenschaftlicher Mitarbeiter des Sänger- und Kaufmannsmuseums.

Roland Rückert (r.), Enkel von Rudolf Peters, und Olaf Weber (l.), wissenschaftlicher Mitarbeiter des Sänger- und Kaufmannsmuseums.
© MVEE/Weber
Historische Fotografien, ein Plan und ein Gemälde aus dem Besitz von Inken Rückert, Tochter des ehemaligen Finsterwalder Stadtgärtners Rudolf Peters (1902–1945), haben einen neuen Aufbewahrungsort gefunden. Roland Rückert, Enkel von Rudolf Peters, übergab die wertvollen historischen Zeugnisse kürzlich dem Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde. Die Dokumente geben aufschlussreiche Einblicke in die Gestaltung und Entwicklung der städtischen Grünanlagen Ende der 1920er bis 1940er-Jahren. Besonders anschaulich sind die Fotografien, die den Schlosspark in seinem damaligen Zustand zeigen. Sie dokumentieren die von Rudolf Peters geprägte Parkgestaltung, die heute nicht mehr erhalten ist, und vermitteln einen Eindruck davon, wie die Anlage einst aussah. Auch die Entstehung des Friedenshains in der Bürgerheide lässt sich anhand der übergebenen Unterlagen nachvollziehen. Ein bedeutendes Zeugnis dazu ist ein großformatiger Plan zur Gestaltung des Friedenshains mit dem Tellerberg. Er veranschaulicht die damaligen stadtgärtnerischen Vorstellungen für diesen Bereich und ergänzt die fotografischen Aufnahmen um eine planerische Perspektive. Außerdem dokumentieren die Fotos das Entstehen der Grünanlage am städtischen Wasserturm und am Schillerplatz.

Rudolf Peters war von 1929 bis Juni 1944 als Stadt- und Friedhofsgärtner in Finsterwalde tätig. Unter seiner Leitung entstanden neben dem Schlosspark unter anderem Grünanlagen am Wasserturm, der Friedenshain in der Bürgerheide sowie weitere städtische Freiflächen. Der Schlosspark wurde um 1931 angelegt und um 1935 erneut umgestaltet. Peters stammte aus Mecklenburg und war nach Lehr- und Wanderjahren über eine Anzeige in einer Gartenzeitung nach Finsterwalde gekommen. Er starb 1945 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft.

Mit der Übergabe werden Zeugnisse der örtlichen Garten- und Stadtgeschichte dauerhaft für die Nachwelt bewahrt. Die Fotografien und Pläne dokumentieren das Wirken von Rudolf Peters und eröffnen neue Möglichkeiten, die Entwicklung der Finsterwalder Grünanlagen zu erforschen und zu vermitteln. Zugleich bereichern sie die Museumssammlung um bislang privat verwahrte Quellen zur Geschichte der Sängerstadt.
28.10.2026 

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