31.08.2026
Tag des offenen Denkmals: Vier Museen, viele Erlebnisse
Museumsverbund Elbe-Elster öffnet am 13. September Ausstellungen kostenfrei und lockt mit Angeboten
Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September schenken die Häuser des Museumsverbunds Elbe-Elster ihren Besuchern den Eintritt. Der Zugang zu den Dauer- und Sonderausstellungen des Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda, des Museums Schloss Doberlug, des Sänger- und Kaufmannsmuseums Finsterwalde und des Museums Mühlberg 1547 ist an diesem Tag kostenlos; es locken außerdem Aktionen.
Das Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde öffnet an diesem Tag bereits um 10.00 Uhr. Um 11.00 Uhr lädt es Interessierte zu einer Führung rund um die Wanddampfmaschine auf dem Museumshof ein. Die Einzylinder-Gegendruck-Dampfmaschine wurde 1878 in der Finsterwalder Maschinenfabrik und Eisengießerei Friedrich Hoffmann gebaut. Sie verbrachte ihr Arbeitsleben in einer landwirtschaftlichen Brennerei in Repten bei Calau und kehrte erst 1991 nach Finsterwalde zurück – das Museum besitzt seitdem eine der ältesten Wanddampfmaschinen Deutschlands. Mit 80 Umdrehungen pro Minute erreichte sie eine Leistung von 10 bis 12 PS und erinnert an die Industriegeschichte der Sängerstadt. Anschließend gibt es eine kurze Einführung in die Sonderausstellung „Eine Stadt baut – Finsterwalde um 1930“, die Einblicke in die Entwicklung und das Stadtbild Finsterwaldes in dieser Zeit gibt.
Mitteldeutsches Marionettentheater- museum Bad Liebenwerda
Einen nahezu vergessener Überlandweg neu zu entdecken lädt das Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda zum Tag des offenen Denkmals ein. Eine begleitete Radtour führt entlang des Schleinitz-Weges über gesamt 80 Kilometer von Saathain nach Lauchhammer und zurück. Teilnahmeentgelt 6,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro. Weitere Informationen und nur mit verbindlicher Voranmeldung unter Tel. 035341 12455 oder museum-liebenwerda@lkee.de. Nicht vergessen: Flickzeug und Proviant.
Der Schleinitzweg ist über 500 Jahre alt. Damals saßen die Schleinitze, ein meißnisches Uradelsgeschlecht aus der Lommatzscher Pflege, auf den Elsterburgen in Saathain und Mückenberg, dem heutigen Lauchhammer-West. Sie gaben dem Weg ihren Namen. Einst war er eine wichtige Verbindungsstraße zwischen den Orten entlang der Schwarzen Elster. Er begleitet(e) den Lauf der Schwarzen Elster am Nordrand der ehedem sumpfigen Elsterniederung und lag hochwasserfrei. In Zeiten schneller Autos und breiter Straßen ist er fast vergessen – aber doch noch da: Hier und da verborgen am Waldrand, in weiten Teilen nur noch mit dem Fahrrad befahrbar. Der Weg bremst aus, verlangt Zeit, den Blick links und rechts des Weges zu richten. Dabei erschließt sich ein reiches Kapitel der Landschafts- und Kulturgeschichte unserer Heimat. Kein anderer Weg im Elbe-Elster-Land dürfte auf nur 30 Kilometer derart viele einzigartige Natur-, archäologische, Bau- und Industriedenkmale miteinander verknüpfen. Wer mehr über diesen Weg und die von ihm berührten Geschichten erfahren möchte, kann Ralf Uschner, wissenschaftlichen Mitarbeiter des Mitteldeutschen Marionettentheatermuseums, auf einer Radtour begleiten.
Museum Mühlberg 1547
Autorin Unda Hörner liest am Sonntag, den 13. September 2026, um 17.00 Uhr im Museum Mühlberg aus ihrem Roman „Brecht und die Frauen. Gefährtinnen, Geliebte, gute Geister.“ Sie zeichnet Brechts Lebensweg anhand der wechselvollen Beziehungen zu den wichtigsten Frauen an seiner Seite nach, von Augsburg über München nach Berlin und schließlich ins Exil – der Brecht-Tross zieht nach Prag, Wien, in die Schweiz, nach Dänemark, Schweden und Finnland bis in die USA und zurück nach Europa. Es entstehen lebendige biografische Porträts von Paula Banholzer, Marianne Zoff, Helene Weigel, Margarete Steffin, Ruth Berlau und Elisabeth Hauptmann. Sie bieten faszinierende Einblicke in Leben und Werk des Dramatikers, der sich zeitlebens auf die Unterstützung seiner Gefährtinnen, Geliebten und guten Geister verlassen konnte – allesamt außergewöhnliche Frauen, deren Anteil an seinem Werk kaum zu überschätzen ist.
Unda Hörner lebt seit 1982 in Berlin. Sie studierte Germanistik und Romanistik an der Freien Universität Berlin. Nach dem Magisterabschluss 1987 promovierte sie über die russisch-französische Schriftstellerin Elsa Triolet. Seither ist Hörner als freie Autorin, Journalistin und Übersetzerin tätig und Gründungsmitglied des Bruno Taut Forums. Ihr Werk umfasst Romane, Erzählungen, Biographien und kulturgeschichtliche Sachbücher. Eintritt 12,00 Euro, ermäßigt 10,00 Euro. Um Anmeldung unter 035342 837002 oder E-Mail museum-muehlberg1547@lkee.de wird gebeten.
Museum Schloss Doberlug
Das Museum Schloss Doberlug öffnet zum Denkmaltag Türen, die sonst verschlossen bleiben. Bei Führungen um 14.00 und 15.30 Uhr können dabei der ehemalige Comoediensaal der Herzöge von Sachsen-Merseburg im zweiten Obergeschoss des Schlosses in Augenschein genommen, das Trauzimmer im Renaissancestil besichtigt und der Südwestturm des Schlosses erklommen werden. Während Saal und Trauzimmer bequem zu erreichen sind, muss für die Turmbesteigung etwas Fitness mitgebracht werden – dafür belohnt dann der Blick über die Planstadt und das weite Land. Führungsentgelt 2,00 Euro, verbindliche Anmeldung unter Tel. 035322 6888 520 oder museum-schlossdoberlug@lkee.de.
31.08.2026




