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18.08.2026

Landrat und Interimsgeschäftsführer im direkten Austausch mit Klinikbeschäftigten

Gespräche an allen drei Standorten schaffen Klarheit über aktuelle Situation und nächste Schritte / Wirtschaftliche Stabilisierung im Mittelpunkt


Landrat Marcel Schmidt und Interimsgeschäftsführer Mirko Papenfuß haben an allen drei Standorten des Elbe-Elster-Klinikums das direkte Gespräch mit den Beschäftigten gesucht. Bei Mitarbeiterversammlungen am 11., 12. und 13. August in Herzberg, Elsterwerda und Finsterwalde informierten sie über die aktuelle Situation des kommunalen Klinikums, beantworteten Fragen zum Wechsel in der Geschäftsführung und erläuterten die Aufgaben, die in den kommenden Wochen und Monaten angegangen werden müssen.
Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die wirtschaftliche Situation des Klinikums, die weitere Entwicklung der drei Standorte, die Zukunft der Geschäftsführung, die Finanzierung eines möglichen zentralen Klinikneubaus sowie Fragen zur Arbeitsplatzsicherheit und zu einer in der öffentlichen Diskussion vermuteten Privatisierung.
„Die vergangenen Tage haben verständlicherweise viele Fragen und auch Unsicherheit bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgelöst. Deshalb war mir wichtig, gemeinsam mit Mirko Papenfuß persönlich an alle drei Standorte zu gehen und unmittelbar mit den Beschäftigten zu sprechen“, sagte Landrat Marcel Schmidt. „Sie sichern jeden Tag die medizinische Versorgung in unserem Landkreis. Deshalb sollen sie aus erster Hand erfahren, was entschieden ist, was noch offen ist und welche Aufgaben jetzt vor uns liegen.“

Interimslösung – Geschäftsführung wird regulär ausgeschrieben
In den Gesprächen erläuterte Schmidt auch die Hintergründe des Geschäftsführerwechsels. Ausschlaggebend für die Abberufung des bisherigen Geschäftsführers war, dass das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Geschäftsführung und Gesellschafter nicht mehr gegeben war.
Mirko Papenfuß übernimmt die Geschäftsführung ausdrücklich als Interimslösung. In den kommenden Wochen will er sich weiter in die Strukturen, Abläufe und wirtschaftliche Situation des Klinikums einarbeiten und gemeinsam mit den Verantwortlichen die notwendigen Schritte für die weitere Entwicklung vorbereiten. Parallel wird die reguläre Ausschreibung der Geschäftsführung vorbereitet. Damit soll die Position anschließend in einem transparenten Auswahlverfahren dauerhaft neu besetzt werden.
„Meine Aufgabe ist es jetzt, den reibungslosen Fortgang des Betriebes sicherzustellen. Darüber hinaus werde ich gemeinsam mit den Beschäftigten und Führungskräften genau hinschauen, wo wir stehen und welche Veränderungen notwendig sind“, sagte Papenfuß. „Dabei geht es nicht darum, von heute auf morgen alles auf den Kopf zu stellen. Aber wir müssen dort handeln, wo Strukturen und Abläufe verbessert werden können und wirtschaftlicher Handlungsbedarf besteht.“

Keine Privatisierung geplant
Ein wichtiges Thema in den Mitarbeiterversammlungen war die Frage nach der zukünftigen Eigentümerstruktur des Klinikums und die berufliche Verbindung Papenfuß' zur Sana Kliniken AG. Landrat und Interimsgeschäftsführer stellten dazu klar, dass eine Privatisierung des Elbe-Elster-Klinikums oder ein Verkauf an Sana nicht geplant sind.
„Unser Ziel ist die Zukunftssicherung unseres kommunalen Klinikums“, betonte Schmidt. „Es geht darum, die Gesundheitsversorgung für die Menschen in Elbe-Elster langfristig zu sichern und dafür medizinisch und wirtschaftlich tragfähige Strukturen zu schaffen.“

Wirtschaftliche Situation erfordert Veränderungen
Papenfuß machte bei den Gesprächen zugleich deutlich, dass Veränderungen notwendig sind, um die wirtschaftliche Situation des Klinikums nachhaltig zu verbessern. Dazu sollen bestehende Strukturen, Abläufe und Kosten überprüft werden. Ein Ansatzpunkt sind beispielsweise die derzeit hohen Ausgaben für Honorarkräfte. Hier sollen Einsparpotenziale identifiziert und langfristig tragfähige Lösungen entwickelt werden.
Bereits bei dem vorausgegangenen Gespräch des Landrates mit den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen hatten die externen Berater von Forvis Mazars darauf hingewiesen, dass die aktuelle Ertragslage die vorhandene Vermögensrücklage des Klinikums weiter aufzehrt, wenn nicht gegengesteuert wird.
Gleichzeitig machten Schmidt und Papenfuß gegenüber den Beschäftigten deutlich: Einen Plan für einen Personalabbau und Entlassungen gibt es nicht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden für die medizinische Versorgung an den Standorten und für die weitere Entwicklung des Klinikums gebraucht.
„Wirtschaftliche Stabilität erreichen wir nicht allein durch einen einzelnen großen Schritt“, sagte Papenfuß. „Wir müssen uns vielmehr die verschiedenen Bereiche anschauen und unsere vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll einsetzen. Dafür brauchen wir die Erfahrung und das Wissen der Menschen, die hier jeden Tag arbeiten.“

Nächste Schritte für die Krankenhausstruktur werden vorbereitet
Auch die Zukunft der Krankenhausstrukturen war Gegenstand der Gespräche. Nach ersten Gesprächen im zuständigen Ministerium sieht Landrat Marcel Schmidt grundsätzlich Möglichkeiten, die notwendigen Investitionen in die zukünftige Gesundheitsinfrastruktur förderfähig zu gestalten. Die konkreten Planungen müssen jedoch an die weitere Entwicklung und die sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst werden.
Maßstab für das weitere Vorgehen bleibt der Kreistagsbeschluss vom 7. April 2025. Er sieht neben der weiteren Planung eines zentralen Klinikneubaus und der Entwicklung der bisherigen Standorte zu Gesundheitszentren auch eine Alternativvariante vor, falls der Neubau nicht genehmigt oder finanziert werden kann.
In den kommenden Monaten sollen deshalb das künftige medizinische Leistungsspektrum unter den Bedingungen der Krankenhausreform weiterentwickelt, ambulante und stationäre Versorgung stärker zusammengedacht und die Voraussetzungen für notwendige Investitionen geklärt werden.

Beschäftigte sollen weiter unmittelbar informiert werden
Landrat und Interimsgeschäftsführer machten deutlich, dass der Austausch mit den Mitarbeiterversammlungen nicht beendet sein soll. Die Beschäftigten sollen über wesentliche Entwicklungen und die nächsten Schritte unmittelbar informiert werden.
„Wir können heute noch nicht auf jede Frage eine abschließende Antwort geben“, sagte Schmidt. „Aber wir können dafür sorgen, dass Entscheidungen nachvollziehbar sind und die Beschäftigten wissen, woran sie sind. Unser gemeinsames Ziel muss sein, das Elbe-Elster-Klinikum wirtschaftlich zu stabilisieren und eine verlässliche medizinische Versorgung für die Menschen in unserem Landkreis zu sichern.“
18.08.2026 

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Herr Torsten Hoffgaard

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