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12.08.2026

Zukunft des Elbe-Elster Klinikums im Mittelpunkt

Landrat informiert Fraktionsvorsitzende über aktuelle Lage und weitere Schritte / Forvis Mazars stellt Ergebnisse der Statusbestimmung vor


Die aktuelle wirtschaftliche Lage, die Gründe für den Wechsel an der Spitze der Elbe-Elster Klinikum GmbH und die notwendigen Weichenstellungen für die Zukunft des kommunalen Krankenhauses standen im Mittelpunkt eines knapp dreistündigen Gesprächs von Landrat Marcel Schmidt mit den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen am 11. August in der Kreisverwaltung in Herzberg. An der teilweise intensiv geführten Diskussion nahmen auch Vertreter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Forvis Mazars sowie Klinik-Interimsgeschäftsführer Mirko Papenfuß teil.
Ziel des Landrates war es, die Fraktionsvorsitzenden auf einen gemeinsamen Informationsstand zu bringen, die Hintergründe seiner Entscheidung zur Abberufung und Freistellung des bisherigen Geschäftsführers Michael Winkler darzulegen und die nächsten Schritte für das Klinikum zu erörtern.
„Ein ordentliches Gewitter reinigt die Luft“, fasste Landrat Marcel Schmidt die intensive Aussprache zusammen. Entscheidend sei jetzt, aus den vorliegenden Erkenntnissen die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und die Zukunft des Klinikums gemeinsam und verantwortungsvoll zu gestalten.

Statusbestimmung zeigt Handlungsbedarf
Vertreter von Forvis Mazars stellten den Fraktionsvorsitzenden wesentliche Ergebnisse ihrer Statusbestimmung zur wirtschaftlichen und organisatorischen Situation des Klinikums vor und beantworteten Fragen der Abgeordneten. Dabei erläuterten sie mit einem Blick hinter die Zahlen die tatsächliche wirtschaftliche Situation des Klinikums und zeigten bestehenden Handlungsbedarf auf. Insbesondere wurde darauf verwiesen, dass die aktuelle Ertragslage die Vermögensrücklage rasant aufzehrt, wenn nicht gegengesteuert wird.
Kritisch betrachtet wurde auch das bisherige Rollenverständnis und Zusammenspiel von Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafter. Für die Zukunft gilt es, Verantwortlichkeiten und Rollen klarer zu fassen und das Zusammenwirken der Beteiligten entsprechend weiterzuentwickeln.
Landrat Schmidt erläuterte die Gründe für seine Entscheidung zum Wechsel in der Geschäftsführung. Ausschlaggebend seien die anhaltend negativen wirtschaftlichen Ergebnisse und das fehlende Vertrauen gewesen, dass unter der bisherigen Geschäftsführung die anstehenden Aufgaben mit der erforderlichen Konsequenz erfüllt und notwendige Veränderungsprozesse eingeleitet werden können. Der Schritt sei deshalb aus seiner Sicht notwendig gewesen.

Kommunale Verantwortung bleibt Maßstab
Zugleich trat der Landrat Spekulationen entgegen, der Geschäftsführerwechsel bereite eine schleichende Privatisierung des Klinikums vor. „Eine Privatisierung ist aktuell nicht vorgesehen“, stellte Marcel Schmidt klar.
Maßstab für die weiteren Entscheidungen sei der Kreistagsbeschluss vom 7. April 2025. Dieser sieht neben der weiteren Planung eines zentralen Klinikneubaus und der Entwicklung der bisherigen Standorte zu Gesundheitszentren auch eine Alternativvariante vor: Sollte der Neubau nicht genehmigt oder finanziert werden können, ist zu prüfen, ob künftig einer der drei Standorte die stationäre Grund- und Regelversorgung übernimmt. Auf dieser Grundlage müsse die zukünftige Ausrichtung des Klinikums unter den inzwischen veränderten gesetzlichen, medizinischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden. Dabei müssten auch Alternativen ergebnisoffen betrachtet werden.

Konkrete Weichenstellungen stehen an
Interimsgeschäftsführer Mirko Papenfuß erläuterte, welche Aufgaben während seiner zunächst auf zwei Monate angelegten Tätigkeit bearbeitet werden können. Nach seiner Einschätzung müssen noch in diesem Jahr wichtige Weichen gestellt werden, damit notwendige Veränderungen im kommenden Jahr wirksam werden können.
Dazu gehört zunächst, das künftige medizinische Leistungsspektrum für die stationäre Gesundheitsversorgung unter den Rahmenbedingungen der Krankenhausreform zu modellieren. Gleichzeitig sollen ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung stärker zusammengedacht und dabei auch die Anforderungen des Rettungsdienstes berücksichtigt werden. Ein weiterer Schwerpunkt besteht darin, die Voraussetzungen für die Förderfähigkeit notwendiger Investitionen in die Gesundheitsinfrastruktur zu schaffen. Bislang gibt es dafür noch keine Bestätigung vom Fördermittelgeber.
Papenfuß machte zugleich deutlich, dass die zukünftige gesundheitliche Versorgung nicht allein innerhalb der Kreisgrenzen betrachtet werden könne. Versorgungsstrukturen und mögliche Kooperationen müssten deshalb auch kreisübergreifend gedacht werden.

Direkter Austausch mit den Beschäftigten
Parallel zu den politischen Beratungen suchen Landrat Marcel Schmidt und Interimsgeschäftsführer Mirko Papenfuß den direkten Austausch mit den Beschäftigten an den drei Krankenhausstandorten. Dabei geht es darum, die aktuelle Entwicklung zu erläutern, Fragen aufzunehmen und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über die anstehenden Veränderungsprozesse ins Gespräch zu kommen.
Landrat und Interimsgeschäftsführer nehmen aus den bisherigen Gesprächen trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation auch Zuversicht und die Bereitschaft wahr, die notwendigen Veränderungen gemeinsam anzugehen.

Entscheidungen über die weitere Ausrichtung stehen an
Mit dem Gespräch verfügen die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen über einen vertieften Informationsstand zur Situation des Klinikums und zu den anstehenden Aufgaben. Auf dieser Grundlage sollen die weiteren Beratungen über die zukünftige Ausrichtung der Elbe-Elster Klinikum GmbH sachorientiert geführt werden.
Nach ersten Gesprächen im zuständigen Ministerium sieht Landrat Marcel Schmidt grundsätzlich Möglichkeiten, die notwendigen Investitionen in die zukünftige Gesundheitsinfrastruktur förderfähig zu gestalten. Die konkreten Planungen müssen jedoch an die weitere Entwicklung und die sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst werden.
Landrat Marcel Schmidt warb dafür, die kommenden Entscheidungen an der medizinischen Versorgung der Bevölkerung und der langfristigen Zukunftsfähigkeit des Klinikums auszurichten: „Bei unterschiedlichen politischen Auffassungen muss uns eines verbinden: Wir tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass die Menschen im Landkreis auch künftig eine verlässliche stationäre medizinische Versorgung erhalten.“
12.08.2026 

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Herr Torsten Hoffgaard

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