10.07.2026
Kunst erfahren – mit dem Fahrrad durch die Lausitz
Zwei geführte Radtouren führen im August zu besonderen Ausstellungsorten der ersten openart Lausitz Biennale
Mit dem Rad zur Kunst: Zwei geführte Touren laden im August dazu ein, besondere Ausstellungsorte der ersten openart Lausitz Biennale zu entdecken.
© Pressestelle Kreisverwaltung/Torsten Hoffgaard (ChatGPT)
Die Radtouren sind Teil des Begleitprogramms der ersten openart Lausitz Biennale. Vom 31. Juli bis 20. September 2026 verwandelt sie die Niederlausitz in einen großen offenen Kunstraum. Internationale, überregionale und regionale Kunstschaffende präsentieren Arbeiten aus verschiedenen Bereichen der Bildenden Kunst. Ausstellungen, Installationen, Fotografie, Zeichnungen, Videos und Performances sind dabei an ganz unterschiedlichen Orten zu erleben.
Erste Tour: Kunst zwischen See, Atelierhof und Stadthaus
Die erste Kunst-Radtour startet am Sonntag, 2. August, um 9 Uhr am Bahnhof Doberlug-Kirchhain. Von dort geht es zu den Sandskulpturen am Rückersdorfer See und weiter zum Atelierhof Werenzhain.
Auf dem weitläufigen Gelände des Atelierhofs wird Kunst drinnen wie draußen erlebbar: im Haupthaus, in ehemaligen Stallungen und Scheunen sowie auf den Wiesen. Gerade die Verbindung aus ländlichem Raum, historischen Gebäuden und zeitgenössischer Kunst macht den besonderen Reiz dieses Ausstellungsortes aus.
Anschließend führt die Tour zum Stadthaus Am Markt 20 in Doberlug-Kirchhain. Das lange Zeit nicht öffentlich zugängliche Gebäude öffnet für die Biennale wieder seine Türen. Auf zwei Etagen und im Hofgarten sind unterschiedliche künstlerische Blicke auf die Lausitz zu sehen: von schwarz-weißen „Dorfbildern“ und Ansichten der Förderbrücke F60 über winterliche Bilder des Lausitzer Seenlands bis zu Erinnerungen an Orte, die durch den Braunkohleabbau verschwunden sind.
Die Tour endet gegen 16.30 bis 17 Uhr.
Zweite Tour: Industriekultur trifft Gegenwartskunst
Am Sonntag, 16. August, startet die zweite Kunst-Radtour um 9 Uhr am Bahnhof Elsterwerda. Zustiege sind um 9.10 Uhr in Biehla und um 9.45 Uhr in Plessa möglich. Die Route führt nach Lauchhammer.
Dort warten gleich mehrere außergewöhnliche Kunstorte. Neben den Biotürmen wird ein Wohnhaus in der Zillestraße besucht, das neun Künstlerinnen und Künstler mit ihren Arbeiten bespielen. Ein Künstlerinnenduo verwandelt das Gebäude in ein begehbares Buch, während eine Installation mit einer historischen Nähmaschine des VEB Nähmaschinen Wittenberge sinnbildlich den Versuch aufgreift, Vergangenes festzuhalten.
Weitere Arbeiten beschäftigen sich mit prägenden Bildern und Erfahrungen der Region. Großformatige Kohlestiftzeichnungen rücken den Gelenkbus „Ikarus 280.3 – Niederlausitzer Stimmen“ in den Mittelpunkt. Die Videoarbeit „Letzte Kumpel“ porträtiert vier ehemalige Bergleute und ihre Sicht auf eine verschwundene Arbeitswelt. Poetische Pflanzenbilder, die ohne Kamera direkt auf lichtempfindlichem Material entstehen, setzen einen ganz anderen Akzent.
Den Abschluss bildet das Kunstgussmuseum Lauchhammer. Die traditionsreiche Kunstgießerei machte den Ort einst weltweit bekannt. Bronzegüsse aus Lauchhammer stehen unter anderem in St. Petersburg, Riga, Brasilien, Ecuador und Kairo. Während der Biennale treten Arbeiten von drei zeitgenössischen Künstlerinnen in einen direkten Dialog mit den Skulpturen des Museums.
Die Tour endet gegen 15 Uhr in Lauchhammer. Wer gemeinsam nach Elsterwerda zurückfährt, erreicht den Ausgangspunkt gegen 17 Uhr.
Biennale startet am 31. Juli in Werenzhain
Eröffnet wird die erste openart Lausitz Biennale am Freitag, 31. Juli, um 17 Uhr auf dem Atelierhof Werenzhain. Die Vernissage gibt einen ersten Einblick in das Programm und lädt dazu ein, Kunstschaffende und Ausstellungsorte kennenzulernen. Im Mittelpunkt steht eine Performance der Tanzkompanie golde g, die das gesamte Gelände des Atelierhofs einbezieht. Anschließend klingt der Abend bei Getränken, Fingerfood und Musik aus. Der Eintritt ist frei, der Atelierhof ist barrierefrei zugänglich.
Die Teilnahme an den Kunst-Radtouren kostet jeweils 10 Euro pro Person. Informationen und Anmeldung bei Gästeführerin Carola Meißner unter Telefon 0162 93 86 101 oder per E-Mail an [meissner-tour@t-online.de](mailto:meissner-tour@t-online.de).




