06.07.2026
„Weg wie warme Semmeln“: Brotmarkt in Zeischa sprengt alle Erwartungen
Lange Schlangen, ausverkaufte Brote und begeisterte Besucher machen den zweiten Brotmarkt beim Naturparkfest zu einem eindrucksvollen Bekenntnis für regionales Handwerk
Die Aussteller des Brotmarktes sowie das Organisationsteam des Landkreises Elbe-Elster und des Tourismusverbandes Elbe-Elster-Land e. V. freuen sich über die gelungene zweite Auflage des Ersten Brotmarktes Brandenburgs.
© Social Media Team LKEE/ Philipp Strelitz
„Als ich sah, wie lang die Schlangen in kürzester Zeit wurden, hüpfte mein Herz, und ich bekam Gänsehaut“, beschreibt Marketingkoordinatorin Janine Niederstraßer ihre Eindrücke vor Ort. „Diese enorme Nachfrage zeigt, dass die Menschen keine genormte Massenware wollen, sondern das echte Erlebnis und die Gesichter hinter dem Handwerk.“
Es war ein regelrechter Ansturm auf die vier teilnehmenden regionalen Bäckereien. Natürlich gab es an den Ständen auch enttäuschte Gesichter von Besuchern, die nachmittags nichts mehr abbekommen haben. Doch hier hat niemand schlecht kalkuliert. Es ist schlicht das Ergebnis einer überwältigenden Nachfrage, die alle Dimensionen gesprengt hat. Kurz nach der Mittagsstunde war der erste Stand leergefegt. An einem Stand ging die fünffache Menge an Broten weg, was üblicherweise auf Märkten verkauft wird, an einem anderen Stand waren es 250 Brote. Selbst das XXL-Brot wurde bis zum letzten Krümel verkostet. Neben den herzhaften Broten ging auch das süße Angebot weg wie nichts, ähnlich wie die frischen Briegel (Brotriegel), üppig belegt und optisch ähnlich einer Pinsa.
Die Zahlen hinterlassen ein tiefes Gefühl der Bewunderung. Die Körbe waren leer, die Bäcker erschöpft, aber glücklich. Besonders schön zu beobachten war auch, dass der Markt die Handwerker zusammenbrachte. Hinter den Ständen suchten die Bäcker das Gespräch untereinander, tauschten sich intensiv aus und sprachen über konkrete Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung in der Zukunft.
Für Sandra Scharff, die Verantwortliche für das Regionalsiegel, ist dieser Tag die schönste Bestätigung, die man sich nur wünschen kann: „Der Brotmarkt beweist eindrucksvoll, welche Kraft in regionalen Netzwerken steckt, wenn man sie modern und nahbar präsentiert. Dass die Mondsichel nun als bleibendes Symbol in Zeischa verweilt, schlägt die perfekte Brücke: Der Markt zieht weiter, aber die Wertschätzung für das Handwerk bleibt fest in der Region verwurzelt.“
Am Stand des Blütenmädchens herrschte derweil ein absolut kreativer Ausnahmezustand. Die Nachfrage nach den handgebundenen Haarkränzen war so enorm, dass am Ende des Tages schlichtweg keine einzige Blume mehr übrig war, die hätte verflochten werden können. Jeder Kopf trug ein Stück Sommer. Gleichzeitig ratterte der Drucker unserer historischen Fotobox ununterbrochen. Etliche Besucher hielten stolz ihren frisch gedruckten Mondsichel Kurier in den Händen. Diese ganz persönliche Erinnerungszeitung im Vintage-Stil wanderte als bleibendes Dokument dieses Tages mit nach Hause.
Am Abend blieb das Gefühl eines vollen Erfolgs, der eine Fortsetzung im nächsten Jahr absolut garantiert. Die Reise des Brotmarktes geht weiter, auch wenn die Frage, wo genau wir im nächsten Jahr unter der Mondsichel zusammenkommen, noch völlig offen ist. Eines steht jedoch fest. Das markante Holztor, unsere Mondsichel, wandert dieses Mal nicht sofort mit. Sie verbleibt als dauerhaftes Geschenk und Erinnerung im Ort Zeischa. In den kommenden Wochen wird sie an einen neuen, würdigen Platz versetzt. Wo genau sie künftig ihre Heimat findet, darüber werden wir noch einmal ganz separat berichten.




