Frankena begeisterte Bundesjury mit gelebtem Gemeinschaftssinn
Mit Herzblut, Ideenreichtum und einem außergewöhnlichen Miteinander präsentierte sich Frankena am 27. Juni der Bundesbewertungskommis- sion im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Gemeinsam mit Landrat Marcel Schmidt und Doberlug-Kirchhains Bürgermeister Enrico Reiche zeigte die Dorfgemeinschaft eindrucksvoll, weshalb der Ortsteil den Sprung unter die 26 besten Dörfer Deutschlands geschafft hat und Brandenburg auf Bundesebene vertreten darf.
Schon beim Empfang wurde deutlich, was Frankena auszeichnet: Hier ziehen Generationen an einem Strang, Tradition und Innovation gehen Hand in Hand und ehrenamtliches Engagement ist gelebter Alltag. Unter dem Leitspruch „Frankena … Halt durch. Wir wollen, dass es weitergeht!“ führten die Einwohnerinnen und Einwohner die Jury durch ihren Ort und machten die besondere Identität ihrer Gemeinschaft an zahlreichen Stationen erlebbar.
Dabei wirkte nichts gestellt – im Gegenteil. Während die Bundesjury den Ort erkundete, ging das Dorfleben ganz selbstverständlich weiter. Parallel zum Rundgang wurde in Frankena eine Hochzeit gefeiert, Geburtstagskinder wurden beglückwünscht und das alltägliche Leben nahm seinen gewohnten Lauf. Gerade diese Authentizität machte deutlich, dass sich Frankena nicht für einen Wettbewerb verstellte, sondern die Jury einen ehrlichen Einblick in das Dorf erhielt.
Die Besucher erhielten Einblicke in Projekte und Initiativen, die weit über das Übliche hinausgehen. Zwei stark frequentierte Spielplätze fördern das Miteinander von Familien, der seit Jahrzehnten bestehende Jugendclub gibt seinen Schlüssel symbolisch von einer Generation an die nächste weiter und steht damit für gelebte Verantwortung und Vertrauen. Gleichzeitig werden alte Bräuche mit großer Selbstverständlichkeit gepflegt – von der Fastnacht über den Storch zur Begrüßung von Neugeborenen bis hin zur Hochzeitsranke und dem traditionellen Flechten der Erntekrone.
Auch während des Rundgangs zeigte sich, wie pragmatisch und lösungsorientiert die Dorfgemeinschaft handelt. Wegen der hochsommerlichen Temperaturen entschied die Agrargenossenschaft kurzfristig, die vorgesehenen Pferde zu schonen und stattdessen Traktoren vor die Kremser zu spannen. Für eine willkommene Abkühlung sorgte zwischendurch eine spontan organisierte Eispause, die bei Jury und Gästen gleichermaßen bestens ankam.
Dass Tradition und Moderne in Frankena selbstverständlich zusammengehören, zeigte sich auch an anderer Stelle. Zwei im Dorf ansässige Veranstaltungstechniker statteten den gesamten Rundgang mit professionellen Audioguides aus. So konnten alle Mitglieder der rund 20-köpfigen Bundesjury sowie die Begleiter die Erläuterungen an jeder Station trotz der großen Gruppe und der lebhaften Atmosphäre problemlos verfolgen.
Zu den emotionalen Höhepunkten des Tages gehörte der gemeinsame Gesang in der angenehm kühlen Dorfkirche. Bei der anschließenden Kremserfahrt wurde den Gästen mit frisch gebackenem, knusprigem Klemmkuchen eine regionale Spezialität gereicht – ein kulinarischer Botschafter der gelebten Gastfreundschaft Frankenas.
Landrat Marcel Schmidt zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Einwohnerinnen und Einwohner: „Frankena beweist eindrucksvoll, dass die Zukunft des ländlichen Raums vor allem von den Menschen gestaltet wird, die Verantwortung übernehmen und ihre Heimat mit Leidenschaft entwickeln. Was hier an Zusammenhalt, Kreativität und Ehrenamt geleistet wird, ist beispielgebend weit über die Kreisgrenzen hinaus.“
Auch Bürgermeister Enrico Reiche würdigte den Einsatz der Dorfgemeinschaft und bedankte sich bei den vielen Helferinnen und Helfern, Vereinen und Initiativen, die den Auftritt bis ins Detail vorbereitet hatten. Die Präsentation habe einmal mehr gezeigt, dass Frankena seine Stärken nicht nur darstellen, sondern täglich leben könne.
Der Weg ins Bundesfinale begann bereits mit dem Sieg im Kreiswettbewerb 2024 und führte über den zweiten Platz beim Landeswettbewerb 2025 bis in die bundesweite Endrunde. Dort bewertet die Fachjury insbesondere bürgerschaftliches Engagement, wirtschaftliche Entwicklung, Baukultur sowie Natur-, Klima- und Sozialaspekte. In all diesen Bereichen konnte Frankena mit einer Vielzahl von Projekten und einem bemerkenswerten Gemeinschaftsgeist überzeugen.
Immer wieder wurde während des Rundgangs deutlich, dass in Frankena niemand allein handelt. Ob Vereinsleben, Traditionspflege, Kinder- und Jugendarbeit oder die Integration neuer Ideen – vieles entsteht gemeinsam und mit einem klaren Ziel: den Ort lebendig und zukunftsfähig zu halten. Gerade diese Haltung macht Frankena zu einem Vorbild für den ländlichen Raum.
Nach rund drei Stunden verabschiedete die Dorfgemeinschaft die Bundesbewertungskommission herzlich. Mit vielen Eindrücken im Gepäck setzte die Jury ihre Reise fort. Nun blickt Frankena gespannt auf die Bekanntgabe der Ergebnisse am 1. Juli. Unabhängig vom Ausgang hat das Dorf bereits eindrucksvoll bewiesen, dass ein kleiner Ort mit großem Zusammenhalt, Kreativität und Tatkraft bundesweit Aufmerksamkeit erregen und Menschen begeistern kann.
Bildunterschrift:
Nach drei eindrucksvollen Stunden verabschiedete Frankena die Bundesbewertungskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. Vor dem Jurybus stellten sich (v. l.) Stephan Müller mit seinen Kindern (Vorsitzender des Vereins „Wir in Frankena e. V.“), Ortsvorsteher Immo Nieswand, Doberlug-Kirchhains Bürgermeister Enrico Reiche, Landrat Marcel Schmidt sowie Carolin Winkel vom Verein „Wir in Frankena e. V.“ zum Erinnerungsfoto. Gemeinsam hoffen sie nun auf eine Medaille für Frankena im Bundeswettbewerb. Foto Pressestelle Kreisverwaltung/ Philipp Strelitz




