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06.05.2026

Museum Mühlberg 1547 wird 100 Jahre alt

1926 von geschichtsinteressierten Mühlbergern gegründet/ Festvortrag und Ausstellung zum Museumsgründer
Das Museumsgebäude in den 1930er-Jahren.

Das Museumsgebäude in den 1930er-Jahren.
© Museumsverbund LKEE

Das Museum Mühlberg 1547 feiert 2026 sein 100-jähriges Bestehen. Seine Gründung vor 100 Jahren steht im Kontext einer breiten kulturhistorischen Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts, in der vielerorts Museen entstanden, um regionale Geschichte zu bewahren und zugänglich zu machen. In Mühlberg hatte sich bereits 1901 ein Verein für Heimatkunde gegründet, dessen Mitglieder über Jahrzehnte hinweg eine umfangreiche Sammlung zur Elbeschifffahrt und Fischerei, zum Handwerk sowie zur sakralen Kunst zusammentrugen.


Ein dauerhafter Ort für diese Sammlung fand sich 1926 in der ehemaligen Klosterpropstei, einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das die Familie von Winterfeldt bereitstellte. Mit der Einrichtung der Ausstellungsräume begann die Geschichte des Museums. Maßgeblich geprägt wurde diese frühe Phase durch den Kustos Hans Kretschmann, der die Sammlung ordnete, erweiterte und wissenschaftlich betreute.

Der erste Museumsdirektor Hans Kretschmann prägte das Museum über Jahrzehnte.

Der erste Museumsdirektor Hans Kretschmann prägte das Museum über Jahrzehnte.
© Museumsverbund LKEE

Die weitere Entwicklung des Museums verlief nicht ohne Brüche. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Teile der Sammlung ausgelagert; Verluste konnten dennoch nicht verhindert werden. Bereits kurz nach Kriegsende wurde das Museum jedoch wiedereröffnet und weitergeführt. In den 1970er-Jahren kam es nach dem krankheitsbedingten Rückzug von Hans Kretschmann zu einer Schließung und zur Angliederung an das Kreismuseum Bad Liebenwerda. Erst nach umfangreichen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen konnte das Haus 1984 erneut öffnen.

Mit der Rückkehr in die städtische Trägerschaft im Jahr 1986 begann eine Phase des Neuaufbaus. Trotz begrenzter personeller und technischer Ressourcen organisierte Martina Pöschl, seit 1986 für das Haus zuständig, Ausstellungen und entwickelte die Museumsarbeit kontinuierlich weiter. Nach 1990 stand das Museum vor grundlegenden strukturellen Entscheidungen; sein Fortbestand wurde jedoch mit einem Beschluss der Mühlberger Stadtverordneten gesichert. In den folgenden Jahren konnten erste bauliche Verbesserungen umgesetzt werden; allerdings wurde der Sanierungsbedarf der fast 500 Jahre alten Propstei immer deutlicher.

Der Innenhof des Museum 2008 und heute (Foto MVEE/ Andreas Franke).

Der Innenhof des Museum 2008 und heute (Foto MVEE/ Andreas Franke).
© Museumsverbund LKEE

Einen entscheidenden Entwicklungsschritt markierte die Neukonzeption des Museums im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum 2017. Die Schlacht bei Mühlberg von 1547 rückte dabei als Ereignis von europäischer Bedeutung stärker in den Fokus. Mit Unterstützung des Landes Brandenburg, des Landkreises Elbe-Elster, der Stadt Mühlberg sowie weiterer Förderer wurde das Museum umfassend saniert, erweitert und inhaltlich neu ausgerichtet.

Museum Muehlberg, 01.06.2019, Landkreis Elbe-Elster, **Foto: Andreas Franke**

Der Innenhof des Museum 2008 und heute (Foto MVEE/ Andreas Franke).
Museum Muehlberg, 01.06.2019, Landkreis Elbe-Elster, **Foto: Andreas Franke**
Andreas Franke
© MVEE/ Andreas Franke

Nach mehrjähriger Umbauphase eröffnete das Haus 2015 unter dem Namen „Museum Mühlberg 1547“ neu, ist seitdem in den Museumsverbund Elbe-Elster integriert und befindet sich in Trägerschaft des Landkreises Elbe-Elster. Seither hat sich das Museum als lebendiger kultureller Ort etabliert. Neben den Dauerausstellungen prägen Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Bildungsangebote das Profil des Hauses.

Der ehemalige Konvents-Saal des Propstes, den Hans Kretschmann restaurierte, im Jahr 1960. Heute befindet sich hier die Ausstellung zur Mühlberger Stadtgeschichte.

Der ehemalige Konvents-Saal des Propstes, den Hans Kretschmann restaurierte, im Jahr 1960. Heute befindet sich hier die Ausstellung zur Mühlberger Stadtgeschichte.
© Museumsverbund LKEE

Heute, 100 Jahre nach seiner Gründung, ist das Museum Mühlberg 1547 ein wichtiger Ort der regionalen Geschichtsbewahrung und -vermittlung. Es verbindet historische Forschung mit zeitgemäßer Präsentation und trägt dazu bei, die Geschichte der Stadt und der Region einem breiten Publikum zugänglich zu machen.


Höhepunkte im Jubiläumsjahr

17.05. – 30.08.
Aus Liebe zur Stadt. Hans Kretschmann als Maler und Museumsmacher
Ausstellung

31.05., 14.00 Uhr
Jubiläumsvortrag in der Propstei: Haus- und Museumsgeschichte, erzählt von Martina Pöschl

05.06., 17.00 Uhr
Spanischer Abend: Geschichte und Kulinarik

28.11.2026 – 14.03.2027
Mühlbergs Geschichte und Gegenwart
Ausstellung historischer Aufnahmen und Fotos von Frank Winters

Zeitstrahl – 100 Jahre Museum Mühlberg 1547

Vorgeschichte/ Propstei und Verein für Heimatgeschichte
1531 Bau der Klosterpropstei
nach 1547 Säkularisierung des Klosters, Umwandlung in
landwirtschaftliches Gut
1901 Gründung des Vereins für Heimatkunde in Mühlberg
1901–1920er Aufbau einer umfangreichen Sammlung durch den Verein zur
Schifffahrt, Fischerei, Handwerk und sakralen Kunst

Museum
1926 Gründung des Museums
Einrichtung in der Klosterpropstei, bereitgestellt durch Familie von Winterfeldt
1920er–1940er Aufbau und Profilierung der Sammlung durch Hans
Kretschmann
1939–1945 Zweiter Weltkrieg, Auslagerung von Exponaten, Teilverluste
und Zerstörungen
1945/46 Wiederöffnung nach Kriegsende: gesamte Propstei wird zum
Museum, Hans Kretschmann übernimmt die Leitung
1970er Jahre Einschnitt: krankheitsbedingter Rückzug Kretschmanns
Schließung des Museums; Angliederung an Kreismuseum Bad
Liebenwerda
Sicherung und Sanierung des Gebäudes, u. a. Vergitterung
von Fenstern, Erneuerung der Elektrik und des Putzes
1984 Wiedereröffnung mit sechs Ausstellungsräumen, begrenzte
Öffnungszeiten
1986 Rückkehr in städtische Trägerschaft, Neubeginn unter
schwierigen Bedingungen
ab 1986 kontinuierliche Museumsarbeit und erste Erweiterungen bei
andauernden baulichen Beschränkungen (u. a. fehlende
Heizung)
ab 1990 Sicherung des Fortbestands nach der Wiedervereinigung
durch die Mühlberger Stadtverordneten
erste bauliche Verbesserungen (Heizung, Dach, Fassade),
Sonderausstellungen
2000er Jahre zunehmender Sanierungsbedarf beschränkt den
Museumsbetrieb
2010 Impuls zur Neukonzeption: Fokus auf die Schlacht bei
Mühlberg 1547
Finanzierung durch Land Brandenburg, Ostdeutsche
Sparkassenstiftung und Sparkasse Elbe-Elster, Oetker-Stiftung
und Kommune
2010 erstes Grobkonzept zur Neugestaltung durch Architekt Onno
Folkerts
2011 baubedingte Schließung des Museums und vollständige
Auslagerung der Sammlung
Einrichtung eines Fachbeirats
ab 2012 Beginn Umbau und Restaurierung, Freilegung historischer
Wandmalereien
2013 Erweiterung (Neubau Wirtschaftsgebäude) über der
historischen Kornbrennerei
Neugestaltung der Ausstellung
24. April 2015 Neueröffnung mit neuem Namen: Museum Mühlberg 1547
Integration in den Museumsverbund des Landkreises Elbe-
Elster
2015–2026 Entwicklung zum lebendigen Museum mit 4
Dauerausstellungen und 22 Sonderausstellungen, vielfältige
Veranstaltungen und Bildungsangebote


Fotos Museumsverbund LKEE:

1) Das Museumsgebäude in den 1930er-Jahren.

2) Der erste Museumsdirektor Hans Kretschmann prägte das Museum über Jahrzehnte.

3) Der Innenhof des Museum 2008 und heute (Foto MVEE/ Andreas Franke).

4) Der ehemalige Konvents-Saal des Propstes, den Hans Kretschmann restaurierte, im Jahr 1960. Heute befindet sich hier die Ausstellung zur Mühlberger Stadtgeschichte.

5) Teile des Mühlberger Sammlungsbestandes vor der Auslagerung 2011.

Kontakt


Herr Torsten Hoffgaard

Pressestelle
Pressereferent
Ludwig-Jahn-Straße 2
04916 Herzberg (Elster)
Telefon: 03535 46-1201
Fax: 03535 46-1239
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