02.10.2025
Gevatter Tod ODER Kasper als Doktor
Autonomes Kaspertheater Jacob Simon (Halle/Sa) spielt am Tag des immateriellen Kulturerbes im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda
Am 17. Oktober um 19.00 Uhr erleben Gäste des Mitteldeutschen Marionettentheatermuseums Bad Liebenwerda eine Inszenierung von Frieder Simon (1936–2020), gespielt von seinem Sohn Jacob Simon. Zum Tag des Immateriellen Kulturerbes spielt er das Stück „Gevatter Tod ODER Kasper als Doktor“.
Weil er zu arm war, fand der Kaspervater keinen Paten für sein dreizehntes Kind. Auf der Landstraße begegneten ihm nacheinander Gott, Teufel und Tod. Da er den Tod für den Gerechtesten von allen hielt, bat er ihn, bei seinem Kind Gevatter zu sein. Von diesem Gevattersmann erhält Kasper ein Heilkraut: Es lässt jeden Kranken genesen, zu dessen Häupten sich der Tod zeigt. Doch Kasper hat ein zu gutes Herz, gar zu oft dreht er die Betten um, damit er als Arzt die Kranken dem Tod entreißt. Dafür muss der Tod ihm die lebensspendende Gabe aberkennen, schenkt Kasper aber das ewige Leben, damit er allzeit in lachenden Worten die Wahrheit sagen kann. Jacob Simon, Kasperspieler aus Halle/Saale, inszeniert seinen Kasper mit ordentlich Komik und hintergründigem Witz. Eintritt 8,00 Euro, ermäßigt 6,00 Euro. Veranstaltungsort ist das Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum, Burgplatz 2 in 04924 Bad Liebenwerda. Um Voranmeldung unter Tel. 035341 12455 oder museum-liebenwerda@lkee.de wird gebeten.
Am Wochenende nach dem 17. Oktober (18. und 19.10., jeweils 11.00 bis 17.00 Uhr) besteht zudem letztmalig Gelegenheit, die Jahresausstellung des Museums zu besuchen. Unter dem Titel „Wir bleiben in Rufweite! Barbara und Frieder Simon“ stellt sie zwei prägende Akteure des deutschen Puppenspiels vor. Frieder Simon (1936–2020) war Handpuppenspieler, Ausstatter, Autor, Musikant und Regisseur. Er gehörte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Kasperspielern des deutschsprachigen Raumes. Das Mitteldeutsche Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda widmet ihm in diesem Jahr eine Sonderausstellung, die erstmals einen Rückblick auf sein Lebenswerk nimmt. Bislang kaum bekanntes Bildmaterial aus dem Nachlass Frieder Simons und originale Figurengruppen beleuchten anschaulich Leben, Wirken und figürliches Schaffen, geprägt von ihm und seiner Frau, der Textilgestalterin Barbara Simon. Die Ausstellungstexte verfasste seine Tochter Dr. Sophia Simon. Sein Sohn Jacob beschließt die Ausstellung mit einem Kasperspiel, mit dem schon sein Vater das Publikum begeisterte.




