Das Spiel am seidenen Faden
Der 29. Historische Marionettenspieltag am 28. März im Gasthof „Drei Linden“ in Kröbeln bei Bad Liebenwerda bietet mit einer Familien- und einer Erwachsenenvorstellung eine überaus beliebte Unterhaltung unserer Vorfahren. Das Traditionelle Marionettentheater Dombrowsky (Engertsdorf) gastiert in Kröbeln; es spielen Evelyn und Uwe Dombrowsky sowie Kerstin Wilhelm.
Die Abendvorstellung wird musikalisch begleitet durch Frank Mäder (Aue) mit Liedern des Erzgebirgs-Dichters Anton Günther. Eintritt Familienvorstellung um 15.00 Uhr 6,00, ermäßigt 4,00 Euro, Abendvorstellung um 19.00 Uhr 10,00, ermäßigt 8,00 Euro. Um rechtzeitige Voranmeldung unter Tel. 035341 12455 bzw. museum-liebenwerda@lkee.de oder im Gasthof „Drei Linden“ (Kröbeln) unter Tel. 035341 13070 wird gebeten.
Am Wochenende vor Ostern, am Samstag vor Palmsonntag, kommen die Puppenspieler nach Kröbeln auf den Saal des Dorfgasthofes. Das Spiel der Figur am seidenen Faden, das Marionettentheater, wird in zwei Vorstellungen für Kinder und Erwachsene erlebbar. Das hat Seltenheitswert, weil diese Kunst nur von wenigen Künstlern und Meistern ihres Faches beherrscht wird. In diesem Jahr kommt für die ganze Familie mit der „Wunschlaterne“ ein lustiges Marionettenspiel auf die Bühne, in dem auch der Kasper dabei ist. Die Erwachsenen erwartet mit dem „Stülpner Karl“ einer der Klassiker des Wandermarionettentheaters. Der Stülpner Karl war einst Soldat in sächsischen Diensten. Wenig bekannt und doch historisch belegt ist seine Anwesenheit in einem Feldlager bei Mühlberg an der Elbe, bevor er als Wildschütz in die Berge des Erzgebirges verschwand. Die Abendaufführung wird illustriert mit Liedern des ebenso legendären erzgebirgischen Dichters und Sängers Anton Günther (1876–1937), vorgetragen und selbst auf der Gitarre begleitet vom Heimatsänger Frank Mäder aus Aue.
15.00 Uhr – Familienvorstellung
Die Wunschlaterne. Ein Marionettentheaterstück
Eintritt 6,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro
19.00 Uhr – Abendvorstellung
Karl Stülpner – der Rebell des Erzgebirges. Ein Marionettentheaterstück
Eintritt 10,00 Euro, ermäßigt 8,00 Euro
Hintergrund
Bis vor wenigen Jahren zogen die Puppenspieler noch mit Wohn- und Packwagen über Land: „Puppenrichters kommen!“ hieß es über 200 Jahre im Elbe-Elster-Land. Das Marionettentheater hat in den Dörfern und Städten an der Schwarzen Elster zwischen Elsterwerda und Bad Liebenwerda eine seiner historischen Wurzeln. Die ältesten Nachweise reichen zurück bis 1765. Über Generationen waren die Puppenspieler in Kraupa, Saathain, Thalberg, Liebenwerda Weinberge, Dobra, Neuburxdorf und Friedersdorf zu Hause. Sie entstammen einstigen Bauern- und Handwerkerfamilien der Region. Einige waren invalide Soldaten, die den Siebenjährigen Krieg (1756–63) überlebt hatten. Der sächsische Kurfürst erlaubte ihnen, mit einem Schattentheater und später mit Marionettentheaterspiel in den Gaststuben und auf den Sälen der Gasthöfe den Unterhalt für die Familie zu verdienen.




