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16.09.2026

Auf der Walz macht Benedix Schlesier Station in Herzberg

20-jähriger Zimmerergeselle besucht Kreisverwaltung auf seiner dreijährigen Wanderschaft

Zimmerergeselle Benedix Schlesier (l.) machte am 16. September Station in der Kreisverwaltung und berichtete dem Ersten Beigeordneten, Dezernenten und Kämmerer Roland Neumann (r.) von seinen bisherigen Erlebnissen .

Zimmerergeselle Benedix Schlesier (l.) machte am 16. September Station in der Kreisverwaltung und berichtete dem Ersten Beigeordneten, Dezernenten und Kämmerer Roland Neumann (r.) von seinen bisherigen Erlebnissen .
© Pressestelle Kreisverwaltung/Torsten Hoffgaard
Ein Wandergeselle gehört auch in Elbe-Elster nicht gerade zum alltäglichen Straßenbild. Am 16. September führte die traditionelle Walz den 20-jährigen Zimmerergesellen Benedix Schlesier nach Herzberg (Elster). In der Kreisverwaltung stattete er dem Ersten Beigeordneten, Dezernenten und Kämmerer Roland Neumann einen Besuch ab und berichtete von seinem bisherigen Weg, seinen Erlebnissen und davon, warum er sich für drei Jahre und einen Tag auf Wanderschaft begeben hat.
Schlesier stammt aus der Kleinstadt Waldheim in Mittelsachsen und beendete Ende 2025 seine Ausbildung zum Zimmerer. Seit inzwischen acht Monaten ist er auf der Walz. Für ihn ist diese Zeit vor allem eine Bildungsreise: Er möchte Land und Leute kennenlernen, sein Handwerk studieren und praktisch ausüben, Erfahrungen sammeln – und dabei auch sich selbst besser kennenlernen.
Sein Weg führt ihn vor allem durch den deutschsprachigen Raum. Doch auch über dessen Grenzen hinaus hat er bereits besondere Erfahrungen gesammelt. So arbeitete er in Hermannstadt im rumänischen Siebenbürgen gemeinsam mit rund 40 Wandergesellen an einem Projekt.
Zuletzt war Schlesier vom Schwarzwald über Freiburg und Dresden bis nach Malitschkendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Kremitzaue im Landkreis Elbe-Elster, unterwegs. Von dort führte ihn sein Weg in die Kreisstadt Herzberg. Neben Bürgermeister Karsten Eule-Prütz besuchte er auch Roland Neumann in der Kreisverwaltung. Lange bleibt ein Wandergeselle allerdings nicht an einem Ort: Seine nächste Etappe führt ihn nach Bad Belzig.

Langweilig werde es unterwegs nie, erzählt der junge Zimmerer. Zu viele Eindrücke, Begegnungen und Gespräche gelte es zu verarbeiten. Besonders beeindruckt ihn die Hilfsbereitschaft, die ihm vielerorts entgegengebracht wird. Wer auf Wanderschaft sei, sei deshalb weit weniger allein, als man zunächst vielleicht vermuten könnte.
Die Begeisterung für das Handwerk wurde Schlesier gewissermaßen mit in die Wiege gelegt: Sein Vater ist selbstständiger Zimmerer. Besonders schätzt der 20-Jährige an seinem Beruf, dass am Ende des Tages sichtbar ist, was mit den eigenen Händen entstanden ist. Handwerkliches Können mache außerdem unabhängiger, weil man sich mit vielen Fähigkeiten selbst zu helfen wisse.
Die Walz soll zugleich eine Grundlage für seine berufliche Zukunft sein. Nach der Wanderschaft möchte sich Benedix Schlesier in seiner Heimatstadt Waldheim selbstständig machen. Bis dahin will er möglichst viel dazulernen und auch Einblicke in andere Gewerke gewinnen. Ob später noch der Meistertitel hinzukommt, lässt er derzeit offen.
Zunächst liegen noch mehr als zwei Jahre Wanderschaft vor ihm – mit neuen Orten, neuen Menschen und sicherlich noch vielen Geschichten. Für den weiteren Weg gibt es unter Wandergesellen einen passenden traditionellen Wunsch: „Fixe Tippelei!“ – sinngemäß: Gute Reise und gutes Vorankommen. Genau das wünschten ihm auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Büro Landrat zum Abschied, bevor Benedix Schlesier sein Bündel nahm und sich auf den Weg zur nächsten Station seiner Walz machte.
16.09.2026 

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