Werbedisplay der Firma „Lebewohl“
Lange bevor Fernsehen und Internet Werbung digital verschickten, arbeiteten große Markenfirmen mit Emailleschildern oder aufwändigen Werbeobjekten um ihre Botschaft überregional zu verbreiten. Ein solches Display befindet sich seit 2001 in der Sammlung des Finsterwalder Kreismuseums.
Das elektrische, für ein Schaufenster bestimmte Reklameobjekt, entstand etwa 1930 und warb für die Firma „Lebewohl“. Der Drogist Carl F. Becker hatte 1905 ein Hühneraugenpflaster erfunden und das heute noch existierende Unternehmen gegründet. Der Name erinnert wohl nicht zufällig an die heute im westfälischen Lübbecke ansässige Firma „Gehwohl“, die mit ähnlichen Produkten handelt.
Die vom Dresdner Apparatebau Hans Richter produzierte Werbung wird durch einen Elektromotor angetrieben und läuft bis zum heutigen Tag. In Betrieb gesetzt, drehen sich die Windflügel und insgesamt acht Figuren wandern links in die Mühle hinein und rechts wieder heraus. Dabei leiden die aufsteigenden Personen entsprechend effektvoll unter ihren Hühneraugen, wogegen die die Jungmühle verlassenden offensichtlich geheilt sind. Der Jungmühle wurden, vergleichbar dem Jungbrunnen, in den sagenhaften Überlieferungen Wunderdinge nachgesagt. Wer als alte Frau in die Altweibermühle kam, konnte sie, nachdem der Müller sie zwischen seinen Mühlsteinen gemahlen hatte, als junges Mädchen wieder verlassen. Auch wenn das hier beworbene Produkt zu solchen Wundertaten wohl kaum in der Lage war, galt doch wenigsten der Werbespruch: „Von aller Hühneraugen Pein befreit Euch ‚Lebewohl‘ allein.“




