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Schöne Melodien - Edle Empfindungen

Festival der Graun'schen Musik
10. bis 12. Oktober 2014
im Schlossareal Doberlug

Das zweite Oktoberwochenende wird, während der Ersten Brandenburgischen Landesaustellung, den Gebrüdern Graun und deren Zeitgenossen gewidmet.
Um die Musik der Brüder zu präsentieren, werden von der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land,“ dem Kulturland Brandenburg und dem Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster hochkarätige Künstler nach Doberlug geholt. Neben den Hauptakteuren werden auch ehemalige Preisträger des Internationalen Gebrüder-Graun-Preises in Doberlug zu hören sein.

Lautten Compagney Berlin

Lautten Compagney

Lautten Compagney

Die Einführung in das Wochenende übernimmt am Freitag, den 10. Oktober 2014 ab 19:00 Uhr die Lautten Compagney Berlin. Sie gehört zu einem der renommiertesten und kreativsten deutschen Barockensemble. Seit  fast  drei  Jahrzehnten  faszinieren  die  Konzerte unter der künstlerischen Leitung von Wolfgang  Katschner  ihre  Zuhörer.  Mit  ansteckender Spielfreude und innovativen Konzepten übersetzen  die  „Alten  Musiker“  die  Musiksprache  des Barock immer wieder mühelos  ins  Heute.  Ganz gleich, ob als solistisches Kammerensemble oder als Opernorchester, stets überwindet das Ensemble dabei Grenzen und sucht die Begegnung mit neuen Klängen und anderen Künsten. Für  ihre  aufregenden  musikalischen  Brückenschläge wurde das Ensemble mehrfach ausgezeichnet. Die Lautten Compagney ist regelmäßig zu Gast auf  bedeutenden  nationalen  und  internationalen  Konzertpodien  und  Festivals,  so  u.a.  im Konzerthaus  und  im  Radialsystem  V  Berlin,  im Gewandhaus Leipzig, der Frauenkirche Dresden, dem  Concertgebouw  Amsterdam,  dem  Wiener Musikverein, der Warschauer Philharmonie, beim Rheingau Musik Festival, den Händel-Festspielen Halle, beim Mosel Musikfestival, Boswiler Sommer,  Lucerne  Festival,  Oude  Muziek  Festival  in Utrecht oder bei den Tagen Alter Musik in Herne. In diese Auflistung der Auftrittsorte reiht sich ab dem 10. Oktober auch das Festival der Graun'schen Musik ein.

"Orpheus an der Elster" - Das Opern-Projekt der Kreismusikschule

Am Samstag, dem 11. Oktober 2014 können Besucher des Festivals Augenzeugen der Uraufführung der Oper „Orpheus an der Elster“ werden. Diese ist eine Bearbeitung der Oper „L’Orfeo“ von Carl Heinrich Graun für jugendliche Musiker. Schon seit 2008 verfolgt die Kreimusikschule „Gebrüder Graun“ ein ungewöhnliches Projekt: die Bearbeitung einer Jugendoper nach Carl Heinrich Grauns „L’Orfeo“ (1752) für Musikschüler.  Nun muss man sagen, dass es nicht leicht ist, Musikschüler unserer Zeit an diese alte, doch auch spezielle Musik heranzuführen. Deshalb entstand die Idee, eine Oper Grauns so zu bearbeiten, dass sie von jungen Menschen unserer Zeit mit Lust und auch Erkenntnisgewinn gespielt werden kann. „Orpheus“, die Geschichte eines jungen Musikers, dessen Liebe zu Eurydike ihm Töne eingab, die selbst den Tod überwanden, schien da ein gutes Thema für jugendliche Musikschüler zu sein.

In der Bearbeitung der Potsdamer Autorin Birgit Wahren ist Orpheus Frontsänger einer Kleinstadtband; er liebt Eurydike, will aber nach dem Abitur aus der Provinz in die Großstadt, wo was los ist.... Eurydike geht noch in die Schule, sie will, dass er bleibt. Am Abend von Orpheus’ 20. Geburtstag wird Eurydike in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. Während auf der Intensivstation die Ärzte um ihr Leben ringen, ringt im kahlen Krankenhausgang Orpheus mit sich selbst. Was bedeutet Liebe? Was bedeutet Kariere? Was ist das, was ein Mensch erreichen kann, erreichen will im Leben? Wofür lohnt es sich, zu kämpfen? 

Die musikalische Bearbeitung des Komponisten John Rausek greift dabei teils auf das Graun‘sche Original zurück, fügt dem aber auch Bearbeitetes bzw. völlig Neues hinzu.

Die Zuschauer dürfen auf diese Uraufführung gespannt sein.

Batzdorfer Hofkapelle

Batzdorfer Hofkapelle

Batzdorfer Hofkapelle

Am Samstag, den 11. Oktober 2014 ab 19:00 Uhr werden Interessierte musikalisch von der Batzdorfer Hofkapelle und der Solistin Xenia Löffler (Oboe) mit Ihrem Programm „Gütesiegel Graun“ verwöhnt.   Die Gebrüder Johann Gottlieb und Carl Heinrich Graun gehören zweifellos zu den herausragenden Komponisten  des 18.Jahrhunderts. Bei zahlreichen ihrer Werke ist es jedoch schwierig, die Autorschaft eindeutig einem der Brüder zuzuordnen, gelegentlich sogar verbergen sich hinter den mit „Graun“ titulierten Deckblättern die Werke anderer Komponisten. Man kann diese Tatsache durchaus als Qualitätsmerkmal bewerten, da offenbar der Name Graun so bekanntermaßen für gute Musik stand und weit verbreitet war, dass sich zahlreiche Komponisten bessere Absatzmöglichkeiten ihrer Werke erhofften, wenn sie sie unter diesem Gütesiegel an Höfen europaweit anboten. Bei allen Zuschreibungsproblemen verbindet diese Werke aber eine musikalische Ausdrucksstärke und eine virtuos-idiomatische Schreibweise für die Instrumente, die diese Stücke so hörens- und erlebenswert machen.

Die Solisten Xenia Löffler

Xenia Löffler
Die Solisten Xenia Löffler

Das Programm zeigt die Werke, die sämtlich unter dem Namen Graun archiviert sind, im Kontext zu Werken der Zeitgenossen Telemann, Janitsch und Fasch. Diese deutsche Instrumentalmusik scheint bei oberflächlicher Betrachtung vollends von den Einflüssen der Italienischen und Französischen Musik dominiert. Die französische Orchstersuite etwa findet sich in deutschen Abwandlungen bei Graun, Telemann, Bach, Fasch und Händel hundertfach und erst die brillianten Instrumental-und Gruppen-Concerti eines Signor Corelli oder Vivaldi waren nach Bachs fleißigem Partitur-Studium die geeignete Assoziations-Steilvorlage für Weltkulturgüter wie die six Concerts à plusieurs instruments, heute besser bekannt als Brandenburgische Konzerte.  Aber der Eindruck des Mangels an eigener Schöpferkraft täuscht gewaltig: der sogenannte „vermischte Stil“ ist das Charakteristikum der Werke des Programms und das „Markenzeichen“deutscher Musik dieser Epoche. Lassen Sie sich davon anstecken, wie hier deutsche Gründlichkeit in der polyphonen Ausarbeitung mit einem italienischem Turbo ausgestattet daherkommt.  Pfingsten 1993 fand das Gründungskonzert der Batzdorfer Hofkapelle im Renaissancesaal des bei Dresden idyllisch gelegenen Batzdorfer Schlosses statt. Dies ist auch der Ort der alljährlichen Batzdorfer Barockfestspiele.

Musikalischer Gottesdienst mit der Hamburger Ratsmusik

Gambistin Simone Eckert und Cembalist Michael Fuerst

Hamburger Ratsmusik
Gambistin Simone Eckert und Cembalist Michael Fuerst

Abgerundet werden die beiden Abendveranstaltungen durch einen musikalischen Gottesdienst am Sonntag, den 12. Oktober 2014 um 10:00 Uhr in der Klosterkirche Doberlug. Hierbei werden die Künstler der Hamburger Ratsmusik mit Kompositionen von und um Johann Gottlieb Graun das Festival ausklingen lassen.  Es ertönen Werke von Franz Benda, Carl Philipp Emanuel Bach und natürlich Johann Gottlieb Graun. Die Anfänge der Hamburger Ratsmusik reichen zurück bis ins 16. Jahrhundert. Nach dem Grundsatz „Gott zu Ehren und Hamburg zur Lust, Ergötzlichkeit und Nutz“  leistete sich die Stadt ein Eliteensemble von acht Ratsmusikern, das vielen fürstlichen Hofkapellen Konkurrenz machen konnte. Seine erste Blüte erreichte das Ensemble im 17. und 18. Jahrhundert unter führenden Musikern wie William Brade, Johann Schop, Georg Philipp Telemann und Carl Philipp Emanuel Bach. Wiederauferweckt 1991 von der Gambistin Simone Eckert hat das Ensemble in nun zwanzigjähriger Zusammenarbeit  mit Hingabe und Enthusiasmus ein umfangreiches und außergewöhnliches Repertoire erarbeitet. Für die Musiker ist die Musik ihrer Vorgänger durch ihre enge Anlehnung an Rhetorik und durch nuancenreiche Artikulation so „beredt“, so nah an der menschlichen Sprache wie keine andere. Durch ihre klaren Strukturen und die vielfältigen Rhythmen, entlehnt aus jahrhundertealten Tänzen, entwickelt die Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts ihren eigenen Swing. Auch lockt immer wieder das Abenteuer der Neuentdeckung unbekannter alter Musik, die in Europas Bibliotheken schlummert. Diese Schätze wiederzubeleben ist eine spannende Zielsetzung. In Konzerten, Rundfunk- und CD-Einspielungen und in Editionen für internationale Verlage präsentieren die Ratsmusiker ihre Entdeckungen dem Publikum. Das Ensemble konzertiert heute auf den wichtigen Festivals in Deutschland, darunter die Göttinger Händelfestspiele, die Barockfestspiele Bad Arolsen, die Händel-Festspiele Halle, das Bachfest 2004 in Hamburg, Bayreuther Barock, der Fränkische Musiksommer, die Niedersächsischen Musiktage, die Thüringer Bachwochen, das Gottorfer Barockfest, die Darmstädter Residenzfestspiele, das internationale Buxtehudefest 2007 in Lübeck, die internationalen Heinrich-Schütz-Tage 2007 in Hamburg, das Bachfest Leipzig, das Schleswig-Holstein Musikfestival, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, den MDR-Musiksommer, das Rheingau Musikfestival, „Italia mia“ und die Resonanzen in Wien, die Internationalen Orgelwochen Nürnberg, das Festival Sandstein und Musik in Dresden, das Moselmusikfestival, die Landshuter Hofmusiktage, die Europäischen Wochen Passau, das Festival Mitte Europa, das Musikfest Stuttgart, der Mainzer Musiksommer und das Fest für Alte Musik Köln.

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