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23.04.2019

Kranzniederlegungen erinnerten an „Verlorenen Transport“

Landrat und Kreistagsvorsitzender gedachten mit Kränzen in Langennaundorf und Tröbitz der jüdischen Opfer 1945
Gedenkstätte am Bahnkilometer 101,6 bei Langennauendorf
© Pressestelle LKEE Torsten Hoffgaard 
Im Landkreis wurde am 23. April anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung jüdischer Häftlinge aus dem Todeszug des Konzentrationslagers Bergen-Belsen 1945 an mehreren Orten der Opfer gedacht. Zu der Veranstaltung zur Mahnung und zum ewigen Gedenken an die Opfer des „Verlorenen Transportes“ hatten das Amt Elsterland und die Gemeinde Tröbitz zusammen mit der Stadt Uebigau-Wahrenbrück eingeladen. Der Kreistagsvorsitzende Thomas Lehmann und Landrat Christian Heinrich-Jaschinski legten an der Gedenkstätte im Langennaundorfer Forst, an der Gedenktafel im Ort Tröbitz sowie auf dem dortigen jüdischen Friedhof Kränze nieder.
Kreistagsvorsitzender Thomas Lehmann (l.) und Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (r.) legten u. a. an der Gedenkstätte im Langennaundorfer Forst einen Kranz ab.
© Pressestelle LKEE Torsten Hoffgaard 
 In Ansprachen erinnerten u. a. der Bürgermeister der Stadt Uebigau-Wahrenbrück, Andreas Claus, sowie der ehrenamtliche Bürgermeister von Tröbitz, Holger Gantke, sowie weitere Teilnehmer der Gedenkveranstaltung an die unzähligen Opfer, die der letzte Bahntransport des Konzentrationslagers Bergen-Belsen nach Theresienstadt gefordert hatte. Gemeinsam riefen sie dazu auf, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu halten.
Der Todeszug aus Bergen-Belsen ging als „Verlorener Transport“ in die Geschichte ein. Im April 1945 transportierten die Nazis Häftlinge aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen in Eisenbahnwaggons nach Theresienstadt. Angesichts der vorrückenden Front änderte der Todeszug mit den aus mehr als zwölf Ländern stammenden jüdischen Häftlingen mehrmals seine Richtung und blieb schließlich am 20. April 1945 im Langennaundorfer Forst stehen. Die zerstörte Eisenbahnbrücke verhinderte die Weiterfahrt.
Der ehrenamtliche Bürgermeister von Tröbitz, Holger Gantke (l.), und die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung am Gemeinschaftsgrab an der Tröbitzer Kirche. Am 23. April 1945 befreite die Rote Armee über 2.000 todkranke Menschen aus den Waggons. Auf Befehl der Befreier wurden die Insassen in Tröbitz untergebracht. Die meisten Einwohner rückten damals zusammen und nahmen jüdische Menschen bei sich auf. Bereits während der Fahrt waren über 100 Häftlinge an Flecktyphus gestorben. In den folgenden Wochen starben noch einmal rund 300 Menschen. Viele der Toten wurden auf einem eigens dafür angelegten jüdischen Friedhof beigesetzt, andere fanden in Gräbern der Gemeinden Tröbitz und Schilda sowie im Umkreis ihre letzte Ruhestätte.

Zum 70. Gedenktag anlässlich der Befreiung jüdischer Häftlinge aus dem „Verlorenen Transport“ wurde 2015 eine zentrale Open-Air-Ausstellung in Tröbitz eröffnet. Kernstück der Dokumentationsstätte ist ein zentraler Ort der Information am jüdischen Friedhof zur Geschichte des „Verlorenen Transportes“. Ergänzt wird dieser durch dezentrale Informationstafeln an den authentischen Orten der historischen Ereignisse und der Erinnerungskultur im Gemeindegebiet Tröbitz und seiner Umgebung.

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