Jahresveranstaltung des Netzwerkes Pflege Elbe-Elster setzt Zeichen für innovative Versorgung im ländlichen Raum
Wie können pflegerische und medizinische Versorgung im ländlichen Raum auch künftig zuverlässig gesichert werden? Diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt des 11. Netzwerktreffens des Netzwerkes Pflege Elbe-Elster, zu dem am Mittwoch, 19.11., rund 45 Fachkräfte und Akteurinnen und Akteure aus dem Gesundheits- und Sozialwesen im Drandorfhof in Schlieben zusammenkamen.
Unter dem Titel „Innovative und digitale Ansätze gegen Versorgungsengpässe im ländlichen Raum“ bot die Jahresveranstaltung ein vielfältiges Programm aus Fachvorträgen, Praxisbeispielen und Projekteinblicken. Vertreterinnen und Vertreter aus Pflegekassen, ärztlicher Versorgung, Kliniken, Arztnetzen und innovativen Digitalprojekten stellten aktuelle Entwicklungen vor und diskutierten gemeinsam Zukunftsstrategien für den Landkreis Elbe-Elster.
Dezernentin Anja Miersch eröffnete die Veranstaltung und betonte in ihrem Grußwort die Dringlichkeit einer gemeinsamen Lösungsorientierung angesichts wachsender Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung: „Der demografische Wandel, der zunehmende Fachkräftemangel und der Rückzug vieler ärztlicher Praxen aus ländlichen Regionen stellen uns vor tiefgreifende Veränderungen. Deshalb müssen wir neue Wege gehen – mit digitalen Lösungen, regionaler Vernetzung und frischen, mutigen Ideen. Nur gemeinsam können wir die Versorgung in unserem Landkreis nachhaltig sichern.“
Im Verlauf des Vormittags berichtete Frau Lehr von der AOK Nordost über aktuelle Entwicklungen aus Sicht der Pflegekassen. Herr Brecht von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg gab einen Überblick über die ambulante ärztliche Versorgung im Landkreis und wies auf strukturelle Veränderungen und Handlungsbedarfe hin.
Mit Blick auf innovative Versorgungsansätze stellten Herr Jäger von der Medis GmbH das Projekt „ErwiN“ sowie Frau Philipp aus der Praxis von Allgemeinmedizinerin Dr. med. Simone Kortyka, das Konzept der Nichtärztlichen Praxisassistentinnen (NäPA) vor – beides Beispiele dafür, wie arztentlastende Tätigkeiten die medizinische Versorgung im ländlichen Raum spürbar verbessern können.
Digitale Unterstützungssysteme wie Sturzerkennung und moderne Hausnotruflösungen, präsentiert durch Frau Krügel von der Firma Vivai.Care, verdeutlichten, wie Technologien schon heute zur Sicherheit älterer Menschen beitragen.
Am Nachmittag folgten zwei weitere praxisnahe Beiträge. Herr Gütinger, Pflegedirektor des Elbe-Elster-Klinikum stellte unter anderem den FlexiPool zur Gewinnung und Sicherung von Pflegefachkräften vor, der dazu beitragen soll, Pflegeberufe attraktiver zu gestalten.
Mit dem Projekt ReGuLa- Commmunity Health Nursing präsentierte zum Abschluss Frau Fabisch von der Medizinischen Universität Lausitz- Carl Thiem einem innovativen Ansatz zur Stärkung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.
Die Jahresveranstaltung bot erneut einen wertvollen Rahmen für Austausch und Vernetzung im Netzwerk Pflege Elbe-Elster. Deutlich wurde: Regionale Kooperation, digitale Innovationen und neue Berufsrollen sind zentrale Bausteine, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu gestalten.
Personen auf dem Foto von links nach rechts: Anja Miersch (Dezernentin für Soziales, Bildung, Jugend und Kultur des Landkreises Elbe-Elster), Carsten Jäger (Medis Management GmbH), Marie Blech (Pflegeberaterin, PSPEE), Katja Lehr (Teamleiterin Pflegestützpunkte/Pflegeberatung Brandenburg, AOK Nordost), Katrin Paul (Pflegeberaterin, PSPEE), Sabine Gabriel (Wohnberaterin, PSPEE), Yvonne Philipp (Praxis Dr. med. Simone Kortyka), Elisabeth David (Leiterin des PSPEE), Suzanne Wartenburger (Sozialberaterin, PSPEE), Stefan Gütinger (Pflegedirektor, Elbe-Elster Klinikum GmbH) und Matthias Alexander Brecht (Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg).




