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17.01.2020

4. Info-Veranstaltung zum Klimaschutz im Landkreis Elbe-Elster

Hochkarätige Vorträge widmeten sich einer globalen und regionalen Bestandsaufnahme der Klimafolgen und praktischen Umsetzungen von klimaneutraler Energieversorgung in Unternehmen und Kommunen
Rund 70 interessierte Zuhörer folgten den zwölf Fachvorträgen der bundesweit angereisten Referenten zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel und seinen regionalen Auswirkungen

Rund 70 interessierte Zuhörer folgten den zwölf Fachvorträgen der bundesweit angereisten Referenten zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel und seinen regionalen Auswirkungen

Der Landkreis Elbe-Elster lud am 16. Januar 2020 zur vierten Informationsveranstaltung zum Klimaschutz nach Falkenberg in das Haus des Gastes ein. Bei der Tagung ging es vor allem um die Bestandsaufnahme der Folgen von Klimaveränderungen vor allem im Blick auf Europa. Begleitet wurde die Tagung durch eine Fachausstellung namhafter Firmen im Foyer, wo an praktischen Beispielen dargestellt wurde, was möglich ist und wo im Privathaushalt, in öffentlichen Gebäuden oder betrieblichen Anlagen die eingesetzte Energie effektiver genutzt werden kann. (siehe auch hier >>)
Gleich zu Beginn stellte der Erste Beigeordnete Peter Hans klar: „Der Klimawandel ist sichtbar auch in Deutschland und im Landkreis Elbe-Elster angekommen. Wie stark er in Zukunft wird, hängt vom Erfolg, beziehungsweise vom Misserfolg des weltweiten Klimaschutzes entsprechend den Zielen des Pariser Klimaschutzübereinkommens ab.“ Deutschland gehörte im Jahr 2018 nach Japan und den Philippinen zu den drei am stärksten von Extremwetter betroffenen Staaten weltweit. Im Oktober 2019 hat die Bundesregierung das Klimaschutzprogramm 2030 beschlossen sowie das Bundes-Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht. Beide Beschlüsse dienen dazu, die Klimaschutzziele bis 2030 zu erreichen. Die laut Klimaschutzprogramm ab 2021 vorgesehene CO2-Bepreisung der Energieträger soll hierzu eine zielführende Lenkungswirkung entfalten. Bund und Länder haben sich auf einen CO2-Preis geeinigt, der bei 25 Euro pro Tonne startet.

Prof. Dr.-Ing. Günter Mügge (BTU Cottbus-Senftenberg, Fakultät Architektur, stellt fest, ein wirklich klimaneutrales Haus besteht nicht nur für die Dauer der Nutzung, sondern es beginnt bei der Herstellung der Baumaterialien

Prof. Dr.-Ing. Günter Mügge (BTU Cottbus-Senftenberg, Fakultät Architektur, stellt fest, ein wirklich klimaneutrales Haus besteht nicht nur für die Dauer der Nutzung, sondern es beginnt bei der Herstellung der Baumaterialien

Eine Ölheizung wird dabei zu höheren Zusatzkosten führen, als eine Gasheizung. Besondere Bedeutung hat die Wärme- und Kälteerzeugung, die einen Anteil von fast 50 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch in Deutschland hat. So sollte die bereits vierte Info-Veranstaltung zum Klimaschutz „Klimawandel und regionale Auswirkungen“ Wege zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und zu einem nahezu klimaneutralen Gebäudebestand“ Wissen vermitteln, wie mit bereits heute verfügbaren innovativen Technologien und Methoden nahezu klimaneutrale Gebäude und Quartiere realisiert und Energiekosten reduziert werden können. Prof. Dr. Manfred Stock vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V. sagte: „Es geht darum, Stellschrauben für kommunales Handeln sichtbar zu machen“, denn spätestens seit 1992 wisse man, der Klimawandel ist da, ist von Menschen gemacht und hat bereits regionale Folgen mit Extremereignissen wie Hochwasser und Gewitter, Hitze und Dürre aber auch sinkenden Wasserressourcen. Natürlich gab es Extremwetter immer mal wieder, sie werden jedoch zur Normalität und Prof. Stock zeigt bei Wettervergleichen ab 1881 das sich hier gehörige Veränderungen vollziehen und die nächsten Jahrzehnte nichts Gutes verheißen, sollten die Menschen so weiter machen wie bisher. Massiv bemerkbar ist dies bereits in der Land- und Forstwirtschaft, abgelesen beim Niederschlagsindex und dem Dürremonitor.

Prof. Dr. Manfred Stock weiß nach bald 30-jährige Wetter- und Klimabeobachtung was in wenigen Jahrzehnten auf der Erde passiert, wenn alles klimaschädliche Handeln so weiter geht.

Prof. Dr. Manfred Stock weiß nach bald 30-jährige Wetter- und Klimabeobachtung was in wenigen Jahrzehnten auf der Erde passiert, wenn alles klimaschädliche Handeln so weiter geht.

Allerdings habe man bei der Klimabeobachtung Zusammenhänge begriffen und weiß, wohin die Veränderungen der Klimareise gehen. Man habe aber unterschätzt wie schnell Klimawandel von statten geht. Global hat sich die Erde bislang auf 1,1 Grad erwärmt. Das bedeutet, 7 % mehr Wasser in der Luft und führt darum regional zu extremen Starkregen. Dazu kommen 7 % mehr Energie in der Luft, was wiederum zu starken Stürmen und Gewittern führt. Ziel ist es also u.a. auch klimaneutrale Gebäudebestände zu erreichen und Prof. Dr.-Ing. Günter Mügge von der BTU Cottbus-Senftenberg weiß, dass dies bis 2050 erreicht werden soll, es bis dahin aber nur noch 30 Jahre sind. Für ihn beginnt ein klimaneutrales Haus bereits bei der Herstellung der Baustoffe, dem Transport, einer ca. 100-jährigen Nutzung bis hin zur Entsorgung nach der Nutzung. Dabei geht es nicht nur um den Bau mit nachwachsenden Rohstoffen, sondern auch um gut recycelbare oder besser noch kompostierbare Baumaterialien. Auch in Sachen Energieverbrauch geht es ihm nicht nur um Energieeinsparung, es geht um Energieeffizienz und vor allem, wie erzeuge ich klimaneutrale Energie selbst. Wer für seinen Lebensstil viel Energie verbraucht muss eigentlich kein schlechtes Gewissen haben, wenn er seinen Energiebedarf durch klimaneutrale Gewinnung selbst erzeugt. Allerdings, besser wäre es trotzdem Energie zu sparen und überschüssigen selbst erzeugten Strom in ein Netz einzuspeisen, wo sogar noch Gewinn heraus springt.

Jacek Jeremicz, Referent für Energieeffizienz sagte, »Ein Umdenken für mehr Energieeffizienz bei Unternehmen ist auch bei Azubi's und in Netzwerken« angekommen

Jacek Jeremicz, Referent für Energieeffizienz sagte, »Ein Umdenken für mehr Energieeffizienz bei Unternehmen ist auch bei Azubi's und in Netzwerken« angekommen

Obwohl Deutschland als Vorreiter in Sachen einer Energiewende zu einer Energieversorgung aus überwiegend erneuerbaren Energien und einer energieeffizienten Energieanwendung weltweit gilt, sind in allen Sektoren noch große Potenziale für die Steigerung der Energieeffizienz wie auch für die verstärkte Integration erneuerbarer Energien verfügbar. Ein Schlüssel zu deren Nutzung wird hierbei künftig die Sektorkopplung aller Bereiche sein.

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