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07.12.2019

Wie aus einem historischen Konflikt eine Freundschaft wird

Bürgermeister, Touristiker und Historiker aus Europa beim Netzwerktreffen der Routen Kaiser Karls V. zu Gast in Elbe-Elster
Auf Exkursion im Museum »Mühlberg 1547«.

Auf Exkursion im Museum »Mühlberg 1547«.
© Museumsverbund EE Veit Rösler
Der Landkreis Elbe-Elster sowie sein Museumsverbund begrüßten Anfang Dezember europäische Gäste: Als bisher einziger deutscher Partner des Netzwerks der Routen Kaiser Karls V. richteten Landkreis und Museumsverbund die alljährliche Generalversammlung aller Mitglieder in Finsterwalde aus. Das Netzwerk als europäische Kulturroute verbindet Orte, an denen Karl V. im 16. Jahrhundert gewirkt oder Spuren hinterlassen hat, darunter zahlreiche europäische Städte und Regionen aus Spanien, Italien, Belgien, Portugal und Frankreich sowie internationale Partner aus Marokko, Tunesien, Panama und Mexiko.
Auf dem Elbdeich bei Borschütz - dort überquerte im April 1547 das kaiserliche Heer die Elbe.

Auf dem Elbdeich bei Borschütz - dort überquerte im April 1547 das kaiserliche Heer die Elbe.
© Museumsverbund EE Veit Rösler
Neben einem dicht gepackten, in drei Sprachen gehaltenen Tagungsprogramm, bei dem es um Rechenschaftslegungen zum vergangenen Jahr und die Planung bevorstehender Aktivitäten ging, besuchten die Teilnehmer auf Exkursionen Mühlberg und das Schloss Doberlug. Mühlberg als Ort der historischen Auseinandersetzung zwischen der katholischen Liga unter Karl V. und dem protestantischen Schmalkaldischen Bund stand naturgemäß im Fokus des Interesses. Nach dem Museum „Mühlberg 1547“, durch das die historische Figur Barthel Strauchmann führte, statteten die Teilnehmer dem Kloster Marienstern einen Besuch ab, von Pater Alois Andelfinger cmf fachkundig begleitet. Danach stand ein Besuch am Ort des Übergangs der kaiserlichen Truppen über die Elbe im Jahr 1547 auf dem Programm. Trotz des eisigen Winds auf dem Elbdeich bei Borschütz war dies wohl der emotional berührendste Punkt des Treffens. „Wir treten mit unserem Netzwerk den Beweis an, dass wir die Konflikte der Vergangenheit hinter uns gelassen haben und sich aus ihnen eine friedliche und gemeinsame Zusammenarbeit der europäischen Völker entwickeln kann,“, konstatierte Miguel Angel Martín, der neugewählte Präsident des Netzwerks. „Karl V. kam als Gegner nach Mühlberg, wir kommen als Freunde.“ 

Auf Exkursion im Museum »Mühlberg 1547«.

Auf Exkursion im Museum »Mühlberg 1547«.
© Museumsverbund EE Veit Rösler
Als erstes der Netzwerk-Museen ist das Museum „Mühlberg 1547“ zudem während des Treffens als aktiver Netzwerkpartner ausgezeichnet worden. Davon kündet künftig eine Plakette im Museum, die beim Besuch überreicht wurde. Auf viel Interesse stieß der Besuch im Schloss Doberlug. Auch dieser Ort hat eine Verbindung zu Karl V. – 1547 verlor dessen Gegner, der sächsische Kurfürst Johann Friedrich I. bei Mühlberg nicht nur eine Schlacht und seine Kurwürde, sondern auch die Ländereien des ehemaligen Klosters Dobrilugk.

Von Museumsverbundleiterin Babette Weber wurde beim Netzwerk-Workshop eine mitteldeutsche Route Kaiser Karls V. vorgestellt, die über knapp 400 Kilometer von Eger (Cheb) über Mühlberg bis nach Wittenberg und das nahegelegene Hofgestüt Bleesern führen wird. Der Museumsverbund Elbe-Elster arbeitet derzeit daran, die auf der Route befindlichen Ort, an denen Karl V. nachweislich weilte, für Interessierte besser sichtbar zu machen und sie zu vernetzen. Markus Hennen vom Hofgestüt Bleesern nutzte die Gelegenheit, um auf den für 2020 geplanten Ritt Kaiser Karl V. von Falkenberg nach Bleesern zu werben. Janine Kauk, Marketingkoordinatorin des Landkreises Elbe-Elster, präsentierte die Europäische Route der Reformation, die Mühlberg ebenfalls berührt. Roland Neumann, Kulturdezernent und Beigeordneter des Landkreises Elbe-Elster, zeigte sich als Gastgeber am Ende des Netzwerktreffens zufrieden. „Wir sind im großen Konzert der Orte Kaiser Karls V. ein eher kleiner Partner, haben aber bewiesen, dass wir aktiv daran arbeiten, unsere historische Verbindung zu Karl V. aufzuarbeiten und sie dafür zu nutzen, unsere Region in Europa bekannt zu machen.“

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Herr Holger Fränkel

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