Regionaler Wettbewerb am 21. Oktober 2011 im Bürgerhaus Bad Liebenwerda (Elbe-Elster)
Das musikalische Erbe der Brüder Graun wird im Elbe-Elster-Land seit langem gepflegt. Ersterer wurde 1740 Hofkapellmeister und späterer Gründer des Königlichen Opernhauses Unter den Linden; seinen Bruder Johann Gottlieb berief Friedrich II. im gleichen Jahr zum Königlich Preußischen Konzertmeister und Orchesterleiter in Berlin.
Höhepunkte der Graun-Pflege waren und sind die Internationalen Wettbewerbe um den „Gebrüder-Graun-Preis“. Sie finden seit 2003 statt und sind zu einem Treffpunkt junger europäischer Künstler bis 30 Jahre geworden, die sich der Musik des 18. Jahrhunderts intensiv widmen. Am 4. und 5. November wetteifern sie bereits zum fünften Mal um den „Gebrüder-Graun-Preis“. Sie bewerben sich um zwei Ensemblepreise, je 5.000 Euro, und zwei Solistenpreise, je 2.500 Euro. Zugelassen sind ausschließlich Werke von Carl Heinrich und Johann Gottlieb Graun.
Der Preis wird im Zweijahresrhythmus von der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ ausgeschrieben und vom Kulturamt des Landkreises organisiert.
In der Jury vertreten sind unter anderem Hermann Max (Bremen), Ludger Rémy (Dresden) und Wolfgang Katschner (Berlin), die mit ihren Ensembleproduktionen Meilensteine in der Aufführungspraxis europäischer Musik des 17. und 18. Jahrhunderts setzten. Zur Jury gehört zudem der Autor des Graun-Werkverzeichnisses, Christoph Henzel (Würzburg).
Erstmals geschieht in diesem Jahr der Schritt über den bloßen Wettbewerb hinaus. Höhepunkt wird dabei die Erstaufführung des Te Deum – in der deutschen Fassung von C.W. Ramler – und des Concerto Grosso G-Dur von C. H. Graun durch die Lautten Compagney und die Sing-Akademie zu Berlin sein. Das Notenmaterial aus der Sammlung der Sing-Akademie wurde vor zehn Jahren in der Ukraine wieder entdeckt. Seinen Abschluss findet das Festival Graun’scher Musik mit einem musikalischen Gottesdienst in der Taufkirche der Grauns in Wahrenbrück.