bis 25. September
Kreismuseum Finsterwalde, Lange Str. 6-8

verGoldetes“ – vom Hoftheater zum Wandermarionettentheater

Die Ausstellung zeigt den Einfluss des höfischen, barocken Theaters auf die Wander-marionettentheater des späten 18. und 19. Jahrhunderts. Strahlte das höfische Theater im goldenen Prunk, so war das spätere Marionettentheater nur dünn vergoldet, aber dennoch für die Land- und kleinstädtische Bevölkerung überaus prächtig. Vermittelt durch die Bühnenbildkataloge und durch das Papiertheater des 19. Jahrhunderts, aber auch durch die noch intakte barocke Bühnen- und Theaterarchitektur, waren die Marionettenspieler in Mitteleuropa in der Lage, das höfische Theater des 17. und 18. Jahrhunderts zu kopieren. Diesen Nachweis vollzieht die Ausstellung am Beispiel von Leihgaben aus dem Traditionellen Marionettentheater Uwe Dombrowsky und mit Objekten aus dem Fundus des Kreismuseums.

 
September bis 3. Oktober
Kreismuseum Bad Liebenwerda, Burgplatz 2 

Puppenspiel und Literatur
 

Das Kreismuseum Bad Liebenwerda besitzt mittlerweile einen sehr umfangreichen Bestand an Literatur zur Geschichte des Puppenspiels, aber auch an Fachliteratur und -zeitschriften zu dieser Thematik. Zu den interessantesten Objekten gehören die in alter deutscher Schrift (Sütterlin) verfassten handschriftlichen Textbücher. Unter letzteren befindet sich die Kopie eines in Saathain bei Elsterwerda niedergeschriebenen, frühen Fausttextes von 1835.

Es waren – neben Goethe – die jungen Romantiker des frühen 19. Jahrhunderts, die sich intensiv für das zeitgenössische Puppenspiel zu interessieren begannen. Auf der Suche nach alten Texten stießen sie auf das traditionelle Wandermarionettentheater, überlieferten so in ihren Briefen und Werken die eine und andere authentische Aufführung und fühlten sich selbst veranlasst, Puppenspiele zu verfassen. Aber schon Goethe wusste in der Zeit des Sturm und Drang das Puppenspiel zu schätzen. Für ihn ist das alte deutsche Volksschauspiel vom Faust Anregung und Grundlage für sein gleichnamiges Weltgedicht.

Neben Werken der Romantiker, wie Arnim, Tieck, Hoffmann, Kerner und Uhland, werden erste Textsammlungen zu Puppenspielen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und die breite Palette an Puppentheaterliteratur des 20. Jahrhunderts zur Ausstellung gelangen. Mit einbezogen sind ebenso jüngste Veröffentlichungen zur Geschichte des traditionellen Wandermarionettentheaters in Südbrandenburg und Sachsen.