„Angesichts der demographischen Herausforderung und des spürbaren Fachkräftemangels ist

auch der Elbe-Elster-Landkreis wirtschaftlich und gesellschaftlich auf Zuwanderung angewiesen. Toleranz, kulturelle Offenheit und die Aktivierung aller Talente sind daher nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern eine entscheidende Bedingung für eine positive Zukunft unserer Region“, machte die Leiterin des Arbeitskreises, Sozialamtsleiterin Elisabeth Erves, deutlich.
Eine gute Grundlage dafür sei der Nationale Integrationsplan, der seit 2007 alle Ebenen vom Bund über die Länder und Kommunen, die Bürgergesellschaft und Migrantenorganisationen verpflichtet, sich an dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu beteiligen. Er enthält klare Ziele sowie über 400 konkrete Maßnahmen und Selbstverpflichtungen der staatlichen und nichtstaatlichen Akteure. Hauptthemen dabei sind auch im Landkreis Elbe-Elster Sprachförderung für Kinder und Erwachsene sowie die Integration auf dem Arbeitsmarkt. Ebenso gehört nach Auffassung des Migrationsfachdienstes die Integration in Ausbildung, die Integration durch Sport und Kultur und insbesondere die Integration in unseren Kommunen dazu.
Nachdem in Brandenburg aufgrund der erst einsetzenden Zuwanderung in der Vergangenheit nur wenige Kinder aus Zuwanderungsfamilien am Schulunterricht teilnahmen, wächst inzwischen eine „zweite Generation“ von Kindern mit Migrationshintergrund heran, die verstärkt Kindergärten und Schulen besuchen. Anders als in den alten Bundesländern, in denen Kinder mit Migrationshintergrund schon lange im Schulsystem integriert sind und an manchen Schulen die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler stellen, sind es in Ostdeutschland nach wie vor - gemessen an der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler - relativ wenige. Dies führt dazu, dass deren Bedürfnisse und Förderbedarfe derzeit nur wenig gesehen werden. Bisher sind Kindergärten und Schulen noch nicht ausreichend auf Sprachförderung, Förderung von Mehrsprachigkeit und die Wertschätzung eines bi-kulturellen Familienhintergrundes eingestellt.
Ganz konkret haben auf der Tagung Spätaussiedler und bleibeberechtigte Zuwanderer über ihre vielschichtigen Erfahrungen im Landkreis Elbe-Elster berichtet. Es wird u. a. Aufgabe des kreislichen Integrationskonzeptes sein, ihre Anregungen aufzugreifen. Darin waren sich die Teilnehmer der Arbeitskreissitzung einig.