Die politische Ausgangslage

Der Landkreis Elbe-Elster liegt im Süden Brandenburgs, im Dreiländereck zwischen Sachsen, Sachsen/Anhalt und Brandenburg. Mit Stand vom 01. März 2009 gab es im Land Brandenburg:
4 kreisfreie Städte und 14 Landkreise mit 415 Gemeinden.

Von den 415 Gemeinden sind 144 amtsfrei und 271 amtsangehörig in insgesamt 53 Ämtern.

In den Brandenburger Gemeinden gibt es 1.728 Ortsteile. (Ortsteile sind unselbständige Teile einer selbständigen Gemeinde.)

 

Der Landkreis Elbe-Elster stellt sich vor

Der Landkreis Elbe-Elster umfasst die Gemeinde Röderland, die Ämter Elsterland, Kleine Elster/NL, Plessa, Schlieben, Schradenland sowie die Städte Doberlug-Kirchhain, die Kurstadt Bad Liebenwerda, Elsterwerda, Falkenberg/Elster, Finsterwalde, die Kreisstadt Herzberg/Elster, Mühlberg/Elbe, Schönewalde, Sonnewalde und Uebigau-Wahrenbrück. Eine gemeinsame demokratische Entwicklung können sie erst im neuen Landkreis seit 1993 nehmen.
So ziehen im Kreiswappen der meißnische Löwe und der niederlausitzsche Stier wachsam und nach allen Richtungen in eine gemeinsame Zukunft. Hier leben etwa 113 000 Menschen. Territorial grenzend an Sachsen und Sachsen-Anhalt, ist der Landkreis einer von 14 im Süden des Landes Brandenburg. Gegründet auf der Grundlage des Gesetzes zur Kreisneugliederung, vereinigte sich der Landkreis Elbe-Elster am 5.12.1993 aus den früheren Kreisen Herzberg, Bad Liebenwerda und Finsterwalde; zum Verwaltungssitz wurde Herzberg/Elster bestimmt.
Der Landkreis präsentiert sich seinen Besuchern in einem typisch märkischen Landschaftsbild. Kern der 1890 qkm großen Fläche ist der südlichste Naturpark Brandenburgs, die „Niederlausitzer Heidelandschaft“. Er ist Heimstätte für seltene Pflanzen und Tiere wie Biber, Fischotter, Eisvogel, Seeadler und zahlreiche Orchideenarten. Seltene Schätze birgt auch der Boden. So wird hier ein äußerst mineralstoffhaltiges Moor gewonnen, das u. a. in der „Fontana-Klinik“, Klinik für Orthopädie und Rheumatologie, verwendet wird. Daneben gibt es nicht minder wertvolle Tonvorkommen, die hier ansässige Töpfer zu kunstvoller Keramik verarbeiten.
Seinen Namen hat der Landkreis den Flüssen Elbe, der Kleinen und der Schwarzen Elster zu verdanken. Während aber die Elbe das Territorium im Südwesten bei Mühlberg auf rund 17 Kilometern lediglich „streichelt“, schlängelt sich die Schwarze Elster mit einem Durchlauf von über 87 Kilometern mitten hindurch. Die größten Städte des Landkreises sind Finsterwalde, Herzberg, Bad Liebenwerda und Elsterwerda. Verkehrstechnisch gilt es, die Hauptverkehrsadern B 87, 89 und 169 mit ihren Autobahnanschlüssen zur A 13 in Duben, Großräschen und Ruhland sowie die B 101,183 und 187 hervorzuheben. Die Bahnstrecken Leipzig-Cottbus und Berlin-Dresden durchqueren den Landkreis, Eisenbahnknotenpunkte sind Falkenberg und Doberlug-Kirchhain.

Seit dem Zusammenschluss der ehemaligen drei Kreise am 5.12.1993 ist im neuen Landkreis eine Menge passiert, einige Höhepunkte sollen hier skizzenhaft wiedergegeben werden. Dem Vorbild der drei Kreise folgten in den folgenden Jahre Städte und Gemeinden, Vereine und Verbände, Kirchen, Wirtschaftsunternehmen sowie Bildungseinrichtungen und bündelten ihre Einzelkräfte. Anfang 1995 vereinigten sich die bisherigen drei Kreissparkassen zur Sparkasse Elbe-Elster mit Sitz in Finsterwalde. Der Neubau des Krankenhauses Herzberg mit einem Wertumfang von 96 Mio. DM wurde 1997 eingeweiht, das neue Bettenhaus im Kreiskrankenhaus (KKH) Elsterwerda wurde für 12,8 Mio. DM übergeben und eine neue Förderschule für geistig Behinderte in Finsterwalde für 16,2 Mio. DM fertiggestellt. 1997 erwarb das Liebenwerdaer Kreismuseum von der Puppenspielergeneration Gierhold aus Dobra die größte und bedeutendste Sammlung eines Wandermarionettentheaters Deutschlands. Nach dreijähriger Bauzeit wurde das Feierabend- und Pflegeheim in Doberlug-Kirchhain mit einem Wertumfang von 10 Mio. DM fertiggestellt. Das Gebäude der Psychiatrie für das Krankenhaus Finsterwalde wurde fertiggestellt (7,2 Mio. Euro). Drei Mio. DM kostet die Rekonstruktion des Melanchthon-Gymnasiums Herzberg, und der erste Bauabschnitt des Naturparks „Niederlausitzer Landrücken“ konnte im Wert von 1,3 Mio. DM fertiggestellt werden.
1998 wurde das Bettenhaus mit Hauptküche im Krankenhaus Finsterwalde fertig (13,3 Mio. DM); die Elbe- Elster-Halle in Elsterwerda, 3,1 Mio. DM, verbessert die Schulbedingungen im Elsterschloss-Gymnasium. 1999 wurde die Rekonstruktion des Oberstufenzentrums Herzberg abgeschlossen (8,7 Mio. DM). Auch ein neuer OP- Trakt im KKH Elsterwerda wurde im Wertumfang von 5,1 Mio. DM übergeben. Im gleichen Jahr konnte der Partnerschaftsvertrag mit dem polnischen Naklo nad Notecia unterzeichnet werden. Eine Addition aller bisherigen Investitionen des Landkreises in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Kultur, Sport, Verwaltung und Infrastruktur ergaben für das erste Jahrzehnt des Landkreises insgesamt 208,7 Mio. Euro - eine erstaunliche Summe für die Bewältigung der Vergangenheit und Gestaltung der Zukunft!

Mit einer Vielzahl kleinerer, mittelständischer und größerer Industriebetriebe, bestimmt auch die Landwirtschaft das produktive Geschehen. International agieren verschiedene Firmen im Bereich Finsterwalde auf dem Gebiet der Metallverarbeitung. Ein Hauptaugenmerk richtet der Kreis auf Ausbau und Förderung des Tourismus. Dafür eignen sich u. a. die vielen verschlungenen Altarme und Auwaldreste an der Kleinen und Schwarzen Elster, die Pulsnitz, Große und Kleine Röder sowie ausgedehnte Niederungen mit Bruchwäldern, Wiesen und Mooren. Mit einem touristischen Radwanderwegenetz von 350 km ist man schon weit vorangekommen. Auch kulturell ist hier etliches los: Das Internationale Puppentheaterfestival hat sich in wenigen Jahren eine erstaunlich große Fangemeinde geschaffen. Die Region gilt seit über 250 Jahren als Wiege des mitteldeutschen Wandermarionettentheaters. Daher ziehen im September jeden Jahres die Puppenspieler durchs Elbe-Elster-Land. Im Kreismuseum Bad Liebenwerda kann der Besucher überdies ganzjährig eine Dauerausstellung zum Thema Puppentheater besuchen. „Bühne frei“ für professionelle junge Künstler heißt es unterdessen beim zweijährlich stattfindenden internationalen Wettbewerb im Jazz- und Pop-Gesang um den „Finsterwalder Sänger“.
Jeder Gast hat genügend Gelegenheit, sich von der Einzigartigkeit der Region zu überzeugen. Zum einen von der Historie: Eine Vielzahl mittelalterlicher Klosterkirchen, beispielsweise in Doberlug-Kirchhain und Mühlberg sowie die St. Marienkirche Herzberg mit den europaweit einmalig originalerhaltenen Deckenmalereien ab 1410, der „Schweinert“, das größte bronzezeitliche Hügelgräberfeld im deutschsprachigen Raum mit über 600 Grabstellen in der Nähe von Falkenberg, Burgwälle bei Schlieben als Zeugen frühmittelalterlicher Landwehre sowie Herzberg als eines der Zentren der Reformation in Deutschland, bieten reichhaltige historische Informationsquellen. Zum anderen lassen ihr ländlicher Charme, die Gastfreundlichkeit der hier ansässigen Menschen und nicht zuletzt die Schönheit ihrer Natur diesen Teil Brandenburgs in unvergesslicher Erinnerung bleiben. Auch Wassertouristen sollen ihr Interesse steigern dürfen, geht es doch von hier aus auf direkten Weg zur Lausitzer Seenplatte.


Neben dem Tourismus bilden heute weitere Schwerpunkte das wirtschaftliche Rückgrat des Landkreises, wie z. B. die Komplexe Metall/Elektro- und Nahrungsgüterproduktion. Renommierte Unternehmen wie Uebigauer Elektro- und Schaltanlagenbau UESA GmbH, Formteil- und Schraubenwerke Finsterwalde, Kjellberg Elektroden und Maschinen GmbH Finsterwalde, Gourmet-Fleischerei und Feinkost GmbH Herzberg, Südzucker GmbH Brottewitz, Bauer-Fruchtsaft GmbH und Mineralquellen in Bad Liebenwerda, Sachsenring Fahrzeugtechnik Tröbitz, Campina & Co.KG Elsterwerda, stehen hier stellvertretend für Kontinuität und Zuverlässigkeit.
Mit der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Elbe-Elster mbh arbeitet im Landkreis ein modernes, multifunktionales Unternehmen, in dem verschiedene Bereiche aktiver Wirtschaftsförderung integriert sind. Hierzu gehört unbedingt die Aufgabe der Pflege und Entwicklung des Unternehmensbestandes sowie der umfassenden Unterstützung lokaler Unternehmen, wie Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Darüber hinaus begleitet sie Investitionen, vom Grunderwerb über die Baugenehmigungsphase und Fördermittelbereitstellung bis hin zur erfolgreichen Ansiedlung. Diese sind auf exzellent erschlossenen Industrie- und Gewerbestandorten möglich, die bei kompletter infrastruktureller Grundausstattung zu moderaten Preisen für jeden Investor beste Standortbedingungen bieten.
Der Landkreis Elbe-Elster, gelegen im „Drei-Länder-Eck“, im Schnittpunkt sich kontinuierlich entwickelnder Ansiedlungsachsen der Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Sachsen/Anhalt. Gut ausgebaute Verkehrswege verbinden Elbe-Elster mit der Hauptstadtregion Berlin und dem Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI). Die hochmoderne Elbbrücke bei Mühlberg ermöglicht den direkten Zugang zum mitteldeutschen Wirtschaftsraum mit den sächsischen Metropolen Dresden und Leipzig. Eine moderne Landwirtschaft, eine leistungsfähige Metall- und Elektroindustrie sowie ausgeprägte Gesundheits- und Dienstleistungsstrukturen charakterisieren den Landkreis Elbe-Elster. Wirtschaftliche Kompetenzzentren findet man im Umfeld der Städte Finsterwalde/Massen, Elsterwerda/Bad Liebenwerda und der Kreisstadt Herzberg/Elster. Regionaler Ankerpunkt im westlichen Teil des Landkreises (Dreiländereck) ist der Bundeswehrstandort Schönewalde/Flugplatz Holzdorf. Die Stadt Finsterwalde und das Gewerbegebiet Massen sind Teil des Regionalen Wachstumskerns Westlausitz.
Effiziente Wirtschaftsförderungsstrukturen des Kreises garantieren eine umfassende und qualifizierte Begleitung aller Investitionsvorhaben – vom Grunderwerb über die Baugenehmigungsphase und Fördermittelberatung bis zur Produktionsaufnahme. Neben einem attraktiven Umfeld für die Wirtschaft ist die Region Elbe-Elster von einer hohen Lebensqualität mit einzigartigem Erholungswert gekennzeichnet, darunter gut ausgebaute und ausgedehnte Radwanderwege, Vital-, Gesundheits- und Wellnesseinrichtungen in der Kurstadt Bad Liebenwerda sowie eine Vielfalt an Museen, Schlössern und Herrenhäusern.

Drei herausragende nicht zu übersehende Objekte der Industriekultur zeugen vom einstigen Braunkohletagebau im Elbe-Elster-Land. Die F60 in Lichterfeld, die weltweit größte bewegliche Abraumförderbrücke, die „Louise“ in Domsdorf, die älteste Brikettfabrik Europas, und das älteste Kohlekraftwerk der 2. Generation in Plessa. In den Sommermonaten finden an diesen recht ungewöhnlichen Standorten interessante Veranstaltungen statt. Dazu zählen traditionelle Dampftage in der Brikettfabrik „Louise“ oder auch das brandenburgische Feuerwerksfestival vor der Kulisse der Förderbrücke F60. Der Braunkohletagebau wird im Elbe-Elster-Land nicht mehr betrieben, jedoch hat er eine Kulturlandschaft extremer Prägung geschaffen. Aus den ehemaligen Gruben entstanden reizvolle Naherholungsgebiete mit Badeseen und Angelgewässern. Hier sind Badespaß und Erholung angesagt. Aufgelassene Kippengelände füllen sich nach und nach wieder mit Leben. Naturtouristen wird das Naturparadies Grünhaus, nahe Finsterwalde, begeistern. Im Rahmen naturkundlicher Exkursionen und Wanderungen kann die einzigartige Natur und ein Gefühl der Wildnis erlebt werden.

Eine besondere Verpflichtung empfinden musizierende Jugendliche der Musikschule „Gebrüder Graun“. 1967 als Volksmusikschule des Kreises Bad Liebenwerda gegründet, fusionierte diese Einrichtung 1996 mit den Musikschulen in Finsterwalde sowie Herzberg und führt seither den Namen der Brüder Johann Gottlieb (1702-1771) und Carl Heinrich Graun (1703-1756). Während Ersterer vor allem als Schöpfer von Kammer- und Orchestermusiken bekannt wurde, avancierte Carl Heinrich sogar zum ersten preußischen Hofkapellmeister. Für das von Georg Wenzelslaus von Knobelsdorff errichtete preußische Opernhaus, heutige Staatsoper Unter den Linden, war er anderthalb Jahrzehnte als Opernchef tätig. Er schrieb 41 Opern. Friedrich II. hat ihn sehr geschätzt. Zu seinen Lebzeiten durften nur Opern von C. H. Graun erklingen. Beide Brüder wurden als Söhne eines Akziseeinnehmers in Wahrenbrück geboren.