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11.07.2019

Wie leben hochaltrige Menschen bei uns in Brandenburg?

Wanderausstellung „Alter(n) in Brandenburg“ gibt darüber Auskunft in Herzberg
Die Lebensgeschichten der Porträtierten aus vielen Teilen Brandenburgs in der Wanderausstellung »Alter(n) in Brandenburg« interessierten die Besucher der Ausstellung in Herzberg.

Die Lebensgeschichten der Porträtierten aus vielen Teilen Brandenburgs in der Wanderausstellung »Alter(n) in Brandenburg« interessierten die Besucher der Ausstellung in Herzberg.
© Pressestelle LKEE Torsten Hoffgaard
Brandenburg wird immer älter: Bereits 20.000 Menschen sind über 90 Jahre alt. Geburtstage von Hundertjährigen sind längst keine Seltenheit mehr. Dass ein hohes Alter nicht zwangsläufig mit einem Pflegefall gleichzusetzen ist, sondern vielmehr ein aktives und zufriedenes Leben bedeuten kann, zeigt die Wanderausstellung „Alter(n) in Brandenburg – Wie leben hochaltrige Menschen 90+ in Brandenburg?“. Der Beigeordnete und Dezernent Roland Neumann sowie Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz eröffneten die Ausstellung im Beisein zahlreicher Besucher am 11. Juli gemeinsam in der Kapelle der St. Marienkirche in Herzberg, wo sie bis zum 30. August 2019 zu sehen ist.
Zahlreiche Besucher waren zur Ausstellungseröffnung in die Kapelle der St. Marienkirche in Herzberg gekommen.

Zahlreiche Besucher waren zur Ausstellungseröffnung in die Kapelle der St. Marienkirche in Herzberg gekommen.
© Pressestelle LKEE Torsten Hoffgaard
Um mehr über das Älterwerden in Brandenburg zu erfahren, haben die Historikerin und Fotografin Marion Schütt und die Publizistin Rita Preuß in vielen Teilen Brandenburgs Menschen in einem Alter ab 90 Jahren zu Hause besucht, interviewt und fotografiert. Mit der Ausstellung werden zehn Frauen und acht Männer der Jahrgänge 1917 bis 1929 in Porträts, Texten, Hörstationen und Filmausschnitten vorgestellt. Sie erzählen über ihre Jugend, ihre Erfahrungen und aus ihrem Alltag und versetzen den Besucher unmittelbar in die Zeit des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs, der DDR oder in die Gegenwart.

Trotz ihrer körperlichen Einschränkungen fühlen sich fast alle der Interviewten jünger, als sie tatsächlich sind. So sagte Frau R. aus Neuruppin zum Thema Angst vor dem Alter: „Ich würde sagen nein. Man muss sehen, dass man es sich so schön wie irgend möglich macht. Einen Bekanntenkreis schaffen, möglichst wenig alleine sein und viel reisen.“
Der Beigeordnete und Dezernent Roland Neumann unterstrich die Bedeutung der Ausstellung, nicht zuletzt um mehr über das Älterwerden in Brandenburg zu erfahren.

Der Beigeordnete und Dezernent Roland Neumann unterstrich die Bedeutung der Ausstellung, nicht zuletzt um mehr über das Älterwerden in Brandenburg zu erfahren.
© Pressestelle LKEE Torsten Hoffgaard
Etwas anders beschreibt Frau S. aus Eberswalde ihre Situation: „Ich meine, die ganzen Begleiterscheinungen, die im Alter kommen, sind nicht einfach. Ich gehe auch in der Wohnung immer mit 'nem Stock. Vor kurzem ist unser Fahrstuhl vier Monate nicht gefahren! Ich bin die ganze Zeit oben eingesperrt gewesen, kam nicht runter, denn ohne Rollator kann ich nicht gehen.“

Herr D. aus Teltow dagegen betont: „Ich habe keine Angst vorm Alter. Meine Forschungsarbeit will ich fortsetzen, dafür nutze ich die Zeit, die ich jetzt habe. Doch ich muss mir meine Zeit gut einteilen, damit ich täglich etwas schaffen kann.“
Die Lebensgeschichten der Porträtierten aus vielen Teilen Brandenburgs in der Wanderausstellung »Alter(n) in Brandenburg« interessierten die Besucher der Ausstellung in Herzberg.

Die Lebensgeschichten der Porträtierten aus vielen Teilen Brandenburgs in der Wanderausstellung »Alter(n) in Brandenburg« interessierten die Besucher der Ausstellung in Herzberg.
© Pressestelle LKEE Torsten Hoffgaard
So unterschiedlich das Team von synopsisfilm die 18 Brandenburgerinnen und Brandenburger kennengelernt hat, in einer Frage sind sich alle einig: Sie leben gerne in Brandenburg und können sich nicht vorstellen, woanders zu leben. Das Ausstellungsteam hat erfahren, dass Menschen auch im hohen und sehr hohen Alter ihr Leben bewusst gestalten und dabei ihren Werten, Zielen und Bedürfnissen folgen. Viele von den Menschen, die synopsisfilm kennenlernen durfte, haben Vorbildcharakter für unsere Gesellschaft, gerade wenn es um die Frage geht: „Wie wollen wir in Zukunft alt werden?“.

Das Projekt: „Alter(n) in Brandenburg – „Wie leben hochaltrige Menschen 90+?“ wird vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg (MASGF) gefördert und ausgeführt von der Firma synopsisfilm, der Historikerin und Fotografin Marion Schütt sowie der Publizistin Rita Preuß. Die sechste Ausstellungsstation nach Guben, Brandenburg, Potsdam und zweimal Wittstock wird mit freundlicher Unterstützung der evangelischen Kirche Herzberg, der Stadt Herzberg und des Pflegestützpunktes des Landkreises Elbe-Elster ermöglicht.

Die Ausstellung ist täglich in der Kapelle der St. Marienkirche in Herzberg von 9 bis 17 Uhr bis 30. August zu sehen. Darüber hinaus gibt es einen Schüler-Thementag „Jung trifft Alt/ Alt trifft Jung“ als Begleitprogramm am 21. August. Auf die Teilnehmer wartet ab 9 Uhr im Bürgerzentrum Herzberg, Uferstraße 6, eine Diskussionsrunde mit Filmvorführung sowie anschließendem Ausstellungsrundgang. Interessierte aller Generationen sind dazu herzlich eingeladen.

Kontakt


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Burgplatz 1
04924 Bad Liebenwerda
Telefon: 035341 4971-50
Fax: 035341 497149
E-Mail: info@rwfg-ee.de oder Kontaktformular Web: www.rwfg-ee.de
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