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25.11.2019

Ute Miething: „Jeden 3. Tag passiert ein Mord an Frauen. Jeder Mord ist einer zuviel"

Flaggenhissung am Kreishaus Herzberg - „Frei leben ohne Gewalt - auch im Landkreis Elbe-Elster“

»Frei leben ohne Gewalt - auch im Landkreis Elbe-Elster«. Unter diesem Motto wurde auch am diesjährigen 25. November die Flagge vor der Kreisverwaltung in Herzberg gehisst und damit ein öffentliches Zeichen gesetzt.

»Frei leben ohne Gewalt - auch im Landkreis Elbe-Elster«. Unter diesem Motto wurde auch am diesjährigen 25. November die Flagge vor der Kreisverwaltung in Herzberg gehisst und damit ein öffentliches Zeichen gesetzt.
Alljährlich versammeln sich engagierte Menschen am 25. November, um die Flagge „Frei leben ohne Gewalt“ an der Kreisverwaltung zu hissen und damit ein öffentliches Bekenntnis gegen Gewalt an Frauen und für einen gewaltfreien und toleranten Landkreis zu setzen. 1999 deklarierten die Vereinten Nationen diesen Tag als offiziellen jährlichen Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung jeder Form von Diskriminierung und Gewalt gegenüber Frauen. Auslöser war die Entführung, Vergewaltigung und Folterung der Schwestern Mirabel und deren Ermordung am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik. Terres des femmes, die Menschenrechtsorganisation für Frauen, hat 1999 die Fahnenaktion ins Leben gerufen. Der Landkreis Elbe-Elster beteiligt sich seit 2001 kontinuierlich an der Flaggenaktion. Die Gleichstellungsbeauftragte Ute Miething sagte dazu: „Auf dem Weg der Ächtung des Straftatbestandes „Häusliche Gewalt“ wurde viel unternommen. So wurden Gesetze verschärft, wie z.B. das Gewaltschutzgesetz. Es werden öffentliche Debatten über Täter und Opfer geführt.“ Sie erinnerte an die Me too Aktionen beginnend im Jahr 2018, bei der auch sexuelle Belästigung in den Focus der Öffentlichkeit gerückt wurde. Ute Miething: „Öffentlichkeit ist gut und wichtig, bleibt doch gerade im Bereich „Häusliche Gewalt“ vieles in der Grauzone und im Dunkeln. Zu wenig Betroffene haben oder finden den Mut ihre überwiegend männlichen Peiniger zu verlassen, die Behörden einzuschalten oder anzuzeigen.“ Und so geschieht in Deutschland jeden 3. Tag ein Mord an Frauen, bei dem der Täter aus dem unmittelbaren familiären Umfeld kommt - Ehemann, Partner oder Ex Partner. Für Ute Miething ist es bedenkenswert und nicht hinzunehmen, das es mehr Verletzungen bei Frauen infolge häuslicher Gewalt gibt, als durch Verkehrsunfälle und Krebserkrankungen insgesamt.
Schutzraum für von Gewalt betroffene Frauen im Landkreis Elbe-Elster ist das Frauenhaus des Diakonischen Werkes.
Flaggenhissung 2019 durch Dezernent Roland Neumann

Flaggenhissung 2019 durch Dezernent Roland Neumann
Im Zusammenhang mit häuslicher und auch sexueller Gewalt wird oft von der Umsetzung der Istanbul Konvention gesprochen. Sie beinhaltet das „Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“. Deutschland ist dieser Konvention 2018 beigetreten, sie ist somit geltendes Recht. Die Ziele der Konvention stellen deutliche Anforderungen an die Gleichstellung und Nichtdiskriminierung von Frauen. So die Bekämpfung der Gewalt mit dem Schwerpunkt häusliche Gewalt. Es sind auch Artikel zur Prävention, Intervention und Unterstützung bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen enthalten. Es legt auch den Standard von Hilfseinrichtungen wie Frauenhäuser und Schutzwohnungen fest.
Auch in diesem Jahr wurde anlässlich des Aktiontages nicht nur die Flaggen gehisst, sondern es fanden weitere Aktionen statt. Am 19. November las Heike Rittel aus Ihrem Buch „Lasst uns reden- Frauenprotokolle aus der Colonia Dignidad“, am 21. November wurden durch das Kooperationsgremium „Häusliche Gewalt-Opferschutz“ des Landkreises Elbe-Elster zwei Infostände zum Thema in Herzberg und im REWE Zentrum Elsterwerda durchgeführt.

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